2019 – Platten, Teil 2

Billie Eilish: When We All Fall Asleep, Where Do We Go?

Billie Eilish, gerade mal 17 Jahre jung, hat mit ihrem ersten Longplayer “When We All Fall Asleep, Where Do We Go?” zu Recht große Aufmerksamkeit bekommen, wenn auch das Album an sich durchaus verbesserungswürdig ist. Es folgt dem Stil ihrer ersten EP „Don‘t Smile At Me“, ist jedoch deutlich interessanter. Wer nur „Bad Guy“ kennt, wird etwas überrascht sein. Man merkt dem Album an, dass es tatsächlich als Album gedacht ist und nicht als Ansammlung von guten Songs. Billie Eilishs größte Stärke ist leider nicht ihr Gesang, weshalb manche Songs, wie z.B. „I Love You“, leider nicht die Größe erreichen, die sie könnten. So überzeugen die einzelnen Stücke vor allem durch ihren Abwechslungs- und Ideenreichtum. Die Songs sind nicht immer groß, aber immer interessant. Man möchte wissen, wie es weitergeht. Ein lohnendes Album und ich hoffe, Billie Eilish überrascht uns irgendwann mit noch ausgefeilteren Songs und wird nicht irgendwann zur reinen Pop-Künstlerin, wo nur noch einfach Songstrukturen gelten und die Mitsingbarkeit Pflicht ist. Ich hatte schon so oft gehofft ein neuer Stern würde den Himmel betreten, doch sobald dieser vor Erfolg hell erstrahlte, war die nächste Platte Pop-Müll und die Musikerinnen verschwanden.

Billie Eilish - bad guy
Billie Eilish – Bad Guy

Billie Eilish – I Love You

all the good girls go to hell
Billie Eilish – All The Good Girls Go To Hell††

Neil Young + The Stray Gators: Tuscaloosa

Neil Young wandert in neuester Zeit eher in die Langeweile ab. Dabei frage ich mich immer wieder: „Wie, um alles in der Welt, kamst du auf diese Langweiler Promise Of The Real? Wo ist Crazy Horse???“ Wobei die Stray-Gators leider völlig in Vergessenheit geraten. Mit dieser wunderbaren Live-Platte „Tuscaloosa“ wird man daran erinnert, dass sie auf einer der besten Neil Young-Platten dabei waren, auf Harvest. Der Nachfolger Time Fades Away erreichte leider nicht die Größe des Vorgängers. So findet man auf dieser Live-Platte selbstverständlich die besten Songs dieser beider Alben, „After The Goldrush“ und zusätzlich welche, die man kaum auf dem Schirm hat, wie „Here we are in the years“ (Von Neil Young) oder Lookout Joe“ (von Tonight‘s The Night) und „Don‘t be denied“, die live deutlich besser sind als die Studioversionen. Vielleicht Neils zweitbestes Live-Album nach Weld und endlich mal wieder eine Veröffentlichung, die rockt! Lieber Neil Young, bitte höre dir diese Platte gut an: So klingt gute Musik! Leider nicht wiederholbar, weil alle Beteiligten – außer Neil Young – bereits tot sind. Somit auch eine würde Erinnerung an Ben Keith, Jack Nitzsche, Tim Drummond und Kenny Buttrey.
Negativ anmerken muss ich leider, dass der Veröffentlichung keinerlei Informationen zu diesem Konzert oder der Aufnahme dieser etc. beiliegen. So ein kleines Beiheft hätte nicht geschadet und die Platte aufgewertet. So ist sie leider nicht der ganz große Wurf und wer sie nur digital hat, versäumt nichts, leider. Wer also nicht auf Vinyl steht oder auf silberne PVC-Scheiben, kann sich getrost die Platte bei YouTube herunterladen.

Neil Young + Stray Gators - Alabama (Official Live Audio)
Neil Young + Stray Gators – Alabama

Neil Young + Stray Gators - Lookout Joe (Official Live Audio)
Neil Young + Stray Gators – Lookout Joe

Neil Young + Stray Gators - Heart of Gold (Official Live Audio)
Neil Young + Stray Gators – Heart of Gold