Corona, Dialektik und Intelligenz: Was misst eine Messung?

Vorwort

Im folgenden Text zu Corona beziehe ich mich vor allem auf Zahlen und Tabellen des Robert-Koch-Institutes. Nur da, wo ich zusätzliche Informationen benötige, beziehe ich sie aus anderen Quellen. Alle Quellen gebe ich an.

Testverfahren sind übrigens Stoff der Klasse 11 des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Baden Württemberg. Als Lehrerin habe ich versucht, die Probleme meinen Kids nahe zu bringen, aber ob etwas hängen geblieben ist? Es ist leider ein Thema, das nur spannend ist, wenn es einen wirklich interessiert. In der Realität können wir nicht jedes Messverfahren hinterfragen. Wenn ein Arzt sagt: „Sie haben …“, so müssen wir das glauben. Kritisches Hinterfragen bringt uns im Alltag leider nicht weiter, da wir wahrscheinlich nur dumm angeschaut werden und das wars dann auch. Woher soll ein Mediziner, der studiert hat, auch wissen, wie ungenau seine Tests sind?

Bleibt kritisch, Leute! Es lohnt sich, sich mit Testverfahren auseinanderzusetzen, denn auf Grund von Messungen, Tests, Befragungen etc. wird so manches behauptet und scheinbar „bewiesen“. Doch tut es das? Was sagen Tests tatsächlich aus?

Nachdem ich den hier vorliegenden Text schrieb, stieß ich auf einen Artikel in der NZZ (Neue Züricher Zeitung), den ich zum Lesen empfehle.

Der folgende Text zu Corona basiert auf Aussagen der WHO und des Robert Koch Institutes, Aussagen, die man so leider öffentlich selten zu hören bekommt. Doch lest alles nach, was ich behaupte. Hinterfragt mich und bleibt kritisch wachsam.

Lest Thoreau! Er schreibt u.a.:

Die Menschen sind gemeinhin verdorben durch ihr Wohlwollen und ihre Höflichkeit. Sie sind so konziliant und entschlossen, mit dir übereinzustimmen, dass sich ein Gespräch mit ihnen nicht lohnt. In einer kurzen Unterhaltung legen sie eine solche Langmut und Freundlichkeit an den Tag. Ich möchte jemandem begegnen, der provoziert und befremdet, so dass wir Gast und Wirt sein können und einander erfrischen. Es kann geschehen, dass ein Mensch völlig in seinen Umgangsformen verschwindet, sich in ihnen auflöst. Den tausendundein Gentlemen, die ich treffe, begegne ich mit Verzweiflung und nur, um mich wieder von ihnen zu trennen, denn sie wecken in mir keinerlei Hoffnung auf eine Ungehörigkeit. Ein ärgerlicher, grober, exzentrischer Mensch, ein Schweigsamer, ein Mensch, der sich nicht gut drillen lässt – der gibt zur Hoffnung Anlass. Eure feinen Herren sind alle gleich.“1

Corona: Was misst eine Messung?

Lieber schnell und schlampig

Nehmen wir einmal einen Test auf Corona.

Was gemessen wird, ist NICHT ob ein Corona-Virus vorhanden ist, sondern ob bestimmte Eigenschaften, DNA-Sequenzen etc. in einem Menschen nachweisbar sind, die AUCH der Corona-Virus hat. Deshalb haben solche Tests nie eine 100%ige Genauigkeit, sondern nur eine von 90% oder höher, wenn wir Glück haben. Leider werden keine Angaben zur Genauigkeit der Tests veröffentlicht. Wie es aussieht, ist dies auch nicht bekannt und wurde das Testverfahren wissenschaftlich nicht überprüft.

Obwohl die Genauigkeit des Standardtests zweifelhaft ist, schlägt die WHO vor, das Testniveau abzusenken, schlampigere fehlerbehaftete Messungen durchzuführen, da diese schneller machbar sind, besonders wenn sehr viele Menschen infiziert sind. So schreibt die WHO2 über die Testung:

Nucleic acid amplification tests (NAAT) for COVID-19 virus.
Specimens to be collected Routine confirmation of cases of COVID-19 is based on detection of unique sequences of virus RNA by NAAT such as real-time reverse-transcription polymerase chain reaction (rRT-PCR) with confirmation by nucleic acid sequencing when necessary. The viral genes targeted so far include the N, E, S and RdRP genes.
[…]
In areas where COVID-19 virus is widely spread a simpler algorithm might be adopted in which, for example, screening by rRT-PCR of a single discriminatory target is considered sufficient.
[…]
Viral sequencing
In addition to providing confirmation of the presence of the virus, regular sequencing of a percentage of specimens from clinical cases can be useful to monitor for viral genome mutations that might affect the performance of medical countermeasures, including diagnostic tests.“

Im ersten Absatz lesen wir, welche Gensequenzen untersucht werden sollen, im zweiten wird vorgeschlagen, um die Messverfahren zu beschleunigen, etwas „schlampiger“ zu arbeiten, oder fremdwortisch: „einen einfacheren Algorithmus“ zu verwenden. Um eine sich rasch ausbreitende Krankheit einzudämmen, benötigt man raschere Ergebnisse. Je genauer man testet, desto länger dauerts und je länger es dauert, desto mehr Menschen sind mit weniger Testungen beschäftigt, es können also auch weniger Menschen getestet werden.

Man nimmt also falsche Ergebnisse in Kauf, um rascher testen zu können.

Messprobleme allgemein

Ähnliche Eigenschaften, egal welcher Art, sind immer auch bei mehreren Substanzen zu finden. Wenn ich mir nur wenige Eigenschaften eines Virus herausnehme, so können diese auch auf etwas anderes hindeuten.

Dabei sind vor allem Negativ-Messungen besonders fehlerbehaftet. So schreibt das Robert-Koch-Institut:

„Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z.B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport oder ungünstigem Zeitpunkt (bezogen auf den Krankheitsverlauf) der Probenentnahme nicht ausgeschlossen werden.“3

Auch die WHO schreibt:

„One or more negative results do not rule out the possibility of COVID-19 virus infection. A number of factors could lead to a negative result in an infected individual“4

Deshalb kommt es dazu, dass Menschen, die negativ getestet wurden, „plötzlich“ eine „Neuinfektion“ aufweisen. Folgende Meldungen zeigen deshalb NICHT, dass das Virus wieder ausbricht, sondern zeigen wahrscheinlich nur die Messfehler auf:

Spektrum der Wissenschaft schreibt:

Die Nachteile der RT-PCR

Allerdings gibt es einige Fallstricke – der Abstrich muss korrekt durchgeführt werden, was bei einem Selbsttest zu Hause nicht unbedingt gegeben ist. Außerdem kann die Virusmenge im Rachen während der Infektion stark schwanken – besonders später, wenn sich das Virus hauptsächlich in der Lunge befindet, erfasst das Wattestäbchen womöglich gar keine Viren mehr. Umgekehrt kann der Nachweis nach Ende der Erkrankung noch positiv sein und vorgaukeln, dass die Patientin noch andere infizieren kann. Doch darüber, wie ansteckend jemand ist, sagt der PCR-Test nichts aus.

Auch ob das Erbgut unbeschädigt ist und die Probe aktive Viren enthält, kann man auf diese Weise nicht erkennen. Das ist ebenso ein Problem für die Frage, wie lang das Virus auf Oberflächen überlebt. So basierte die Meldung, Sars-CoV-2 sei auf der Diamond Princess noch nach 17 Tagen nachgewiesen worden [Was eigentlich nicht sein kann. Anm von C.S.], auf dem PCR-Verfahren. Deswegen ist unklar, was der Befund tatsächlich bedeutet“5

Es ist also auch bei positiven Befunden unklar, wie diese zustande kommen und ob sie richtig sind. Das Messverfahren ist bis heute nicht wissenschaftlich überprüft worden auf Grund dessen wir einen Lockdown in Deutschland haben.

Um es nochmals einfach zu erklären:

Wenn wir eine DNA-Sequenz messen, testen wir das Vorhandensein dieser DNA-Sequenz und nicht mehr. Wir testen NICHT, ob ein CORONA-Virus vorhanden ist. Deshalb testet jeder Test nur das, was er testet, nicht das, was daraus interpretiert wird. Das sollte man nie vergessen.

Und jeder Test ist fehlerhaft. Den absoluten Test – egal für was – hat noch niemand erfunden, außer fürs Sterben.

Messprobleme und Intelligenz

Nochmals ein Beispiel, um das bisher Gesagte etwas zu verdeutlichen.

Berühmt ist der Satz: „Ein Intelligenztest misst, was ein Intelligenztest misst“.

Nochmals durchlesen?

Der Satz bedeutet: Ein Intelligenztest misst nicht die Intelligenz, sondern das, was er misst.

Nehmen wir einmal mathematische Fähigkeiten.

Würde ein Intelligenztest die Frage beinhalten: „Was ist 5 plus 3?“ und ihr würdet hinschreiben „8“, dann kann man daraus folgern, dass ihr entweder wisst, was „5 plus 3“ ergibt, oder ihr geraten habt. Was man nicht weiß: Ob ihr allgemein rechnen könnt oder intelligent seid.

Dies gilt für jede Aufgabe. Man kann anschließend nur sagen, dass ihr DIESE eine Aufgabe richtig gelöst habt, man kann aber nichts darüber aussagen, wie ihr ANDERE Aufgaben löst. Diese Aussage wäre ein Interpretation, die richtig oder falsch sein kann.

Zudem kommt noch hinzu, dass eure Tagesform darüber entscheidet, wie gut ihr welche Aufgaben löst. Wenn am Morgen eure geliebte Hauskatze von einem Auto überfahren wurde und ihr sie zermatscht am Straßenrand fandet, werdet ihr sicherlich anders abschneiden, als wenn ihr einen völlig langweiligen oder wunderschönen Morgen verbracht habt.

Ein Intelligenz-Test misst also auch immer euren psychisch-geistigen Zustand zum Zeitpunkt der Messung. Und somit kann man ihn in die Tonne kicken, wenn er schlecht ausgeht. Man weiß dann nämlich nicht, warum er so schlecht verlief.

Schneidet ihr aber sehr gut ab, dann sagt das etwas aus. Er zeigt einen tatsächliche Leistung, die ihr unter diesen Bedingungen erbringen könnt. Man könnte sagen – gilt auch bei einem schlechten Test – dass dies eure Mindestfähigkeit zeigt und ihr evtl. noch besser sein könntet, evtl. auch nicht. Man weiß es nicht. Doch könnt ihr bei einem guten Ergebnis sagen: Ich kann das! Oder: Ich rate hervorragend!

Und nicht anders ist es bei biologischen Tests: Ist das Ergebnis negativ, wissen wir nicht, ob es an der Probe liegt, an der Entnahme, ob der Mensch tatsächlich negativ ist, etc. Ist die Probe positiv, wissen wir aber auch nicht warum, denn wir wissen nicht, wann unser Messgerät eine positive Messung angibt und warum. Dazu müsste die Messmethode erst ausgiebig getestet worden sein mit dem Corona-Virus.

Unsere Hilflosigkeit – und Vertrauen

Wenn wir etwas feststellen wollen, müssen wir es untersuchen. Dabei können immer Fehler vorkommen oder unsere Interpretation der Ergebnisse könnte falsch sein.

Leider gibt es kaum eine Möglichkeit uns aus diesem Dilemma zu befreien. Würden wir das Getestete überprüfen wollen, benötigten wir dazu ja wieder einen Test und der hat die gleichen Anfälligkeiten, bzw. andere Anfälligkeiten.

Es gibt einen Punkt an dem wir sagen müssen: Das ist unser Ergebnis. Doch sollten wir uns IMMER im Klaren sein, dass es nur ein wahrscheinliches Ergebnis ist, eine wahrscheinliche Interpretation und nicht die Wahrheit. „Die Wahrheit“ gibt es nicht.

Darauf wies ganz berühmt Immanuel Kant hin mit seinen Kritiken, aber auch ich habe dazu zwei Texte geschrieben zum radikalen Konstruktivismus und zur Systemtheorie. Lest sie euch einmal durch!

Wir wissen nur, dass wir nichts wissen. Aber wir können Annahmen machen und uns nach diesen verhalten. Erweisen sie sich als falsch, so sollten wir sie ändern. Und genau das macht die Wissenschaft: Etwas muss manchmal als richtig gelten, bis man eine bessere Erklärung hat, die besser funktioniert. Eine andere Möglichkeit haben wir nicht.

Aber wir können uns immer bewusst sein, dass unsere Annahmen falsch sein könnten, vor allem, wenn wir uns mit anderen streiten oder unterhalten. Dennoch haben wir ein Recht, sie zu machen, so wie alle Menschen dieses Recht haben.

Mir wird dies immer wieder am Beispiel Musik klar: Es gibt Musik, die ich für den letzten Schrott halte – und dennoch mag diese Musik jemand. Warum? Kann ich nicht nachvollziehen. Aber dieser Mensch hat das Recht, „seine“ Musik zu mögen und meine scheiße zu finden, einfach ausgedrückt, wie umgekehrt, wenn wir uns klar sind, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Jeder Mensch hat das gleiche Recht anzunehmen, recht zu haben.

Deshalb gibt es in wissenschaftlichen Untersuchungen immer eine „Diskussion der Ergebnisse“, in denen die Autoren darauf hinweisen, welche Fehler ihre eigene Untersuchungen beinhaltet, was sie erklärt und bei welchen Interpretationen man vorsichtig sein muss. Diese Vorsicht fällt gerade dem Wahn zum Opfer, Menschen vor etwas zu retten, über das wir nichts wissen.

Es ist etwa so, als würden wir alle Aluhüte tragen, damit uns Aliens nicht killen. Und weil niemand von Aliens getötet wird, beweist es, dass der Aluhut funktioniert. Dadurch entsteht eine neue Corona-Religion: je mehr mitmachen und daran glauben, umso wahrer wirds. Mit dem Christentum ist es nicht anders: Jesus hat auch etwas anderes gesagt, als z.B. Martin Luther, aber hei, wen kümmerts. Luther bringt mehr Kohle.

So liegen auch hier alle Texte und Daten offen da, aber man nimmt die Interpretation, die einem besser in den Kram passt. So, wie viele zu faul sind die Bibel zu lesen, sind viele zu faul die wissenschaftlichen Untersuchungen zu lesen.

Dialektik

Vielleicht noch kurz etwas zur Dialektik, auch sie ist übrigens Teil des Bildungsplanes in BW.

Die Dialektik nimmt an, dass die Existenz sich widersprechender Annahmen wichtig ist. Nur wenn sich widerstreitende Ansichten treffen, kann etwas Neues entstehen, kommen neue Erkenntnisse zu Stande. Der Fortschritt und somit jede Kultur, entsteht letztlich durch diesen Widerstreit. Wir brauchen eine These und eine Antithese, damit aus der Synthese eine neue These werden kann.

Deshalb ist es gut, wenn jemand anders etwas anderes annimmt. Unterhalten wir uns mit diesem Menschen, so kann dies unseren Horizont erweitern. Tun wir es nicht, so bleiben wir in unserer Blase oder unserem Realitätstunnel gefangen.

Deshalb auch das Zitat von Thoreau: Erfrischend ist es, sich auszutauschen mit jemanden, der anders ist. Das bringt mich weiter. Mit jemandem zu reden, der mir zustimmt – da kann ich auch Selbstgespräche führen.

Behaltet eure Zweifel, genießt es, wenn ihr euch über etwas ärgert, denn genau das ist es, was euer Denken voran bringt.

Auch unsere Demokratie lebt davon. Ohne den Widerstreit der Meinungen, ist es eine Diktatur.

Doch bei allem Zweifel und aller Diskutiererei: Worauf es ankommt ist, dass wir etwas tun und nicht nur diskutieren.

Schluss

Jede Nation misst anders und unterschiedlich viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen. Die aktuellen Zahlen sagen gar nichts, wenn wir sie nicht vergleichen auf der Grundlage ihres Zustandekommens. Dieses müssen wir offenlegen und offen über die Fehler sprechen, die diesen Erhebungen zu Grunde liegen.

Es ist unredlich Menschen glauben zu lassen, dass die Datenlage richtig wäre, so wie sie auf zahlreichen Möchtegern-Aufklärungsseiten der WHO, des Johns Hopkins, etc. veröffentlicht werden. Diese Zahlen geben ein völlig falsches Bild der Lage wieder.

So schreibt das Robert Koch Institut:

„Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten Fälle. Dazu liegen keine verlässlichen Daten vor, weil die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen unbekannt ist und möglicherweise deutlich höher liegt als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle. Wenn tatsächlich die Zahl der erkrankten Fälle um einen Faktor 4,5–11,1 unterschätzt ist, dann beträfe das vermutlich v. a. die Zahl der (leichter) Erkrankten, die nicht durch das Überwachungssystem erfasst werden würden. Damit würde sich auch die (näher an der Wirklichkeit liegende) Letalität vermutlich um einen ähnlichen Faktor senken.“6

Oder anders ausgedrückt: Das hier, ist völliger Bullshit (Quelle NZZ.ch7, ein wirklich guter Artikel):

Nachtrag: Todeszahlen-Messung

Kaum habe ich den obigen Text fertig, stoße ich auf eine Meldung des Tagesspiegels (genaue Quellenangabe unten), die ich euch nicht vorenthalten möchte:

“Woran sterben Corona-Patienten wirklich? Ein Schweizer Forscher macht Hoffnung im Kampf gegen Covid-19”, 20.04.2020, Sascha Karberg

„Das erste Mal habe ich gestutzt, als wir erfahren mussten, dass von den über 1200 Todesfällen in der Schweiz bei acht Millionen Einwohnern, die überwiegende Mehrheit, vermutlich 75 Prozent, nicht im Krankenhaus, sondern zuhause stirbt“, sagt Kucher.

Weltweit würden derzeit viele Covid-19-diagnostizierte Patienten aufgrund eines anfangs harmlosen oder milden Verlaufs nach Hause in die Quarantäne geschickt, bekämen bestenfalls ein paar Schmerz- und fiebersenkende Medikamente.

Doch offenbar kämen viele dann gar nicht mehr dazu, den Notruf auszulösen, wenn sich die Covid-19-Erkrankung plötzlich verschlimmert und zu starken Entzündungen der Lungengefäße, Blutgerinnung und schlussendlich tödlichen Lungenembolien führten. „In New York sterben zwar auch in den Kliniken viele Covid-19-Patienten, aber die meisten Toten werden wohl von zu Hause abgeholt.“

Ob auch in Deutschland mehr Menschen in häuslicher Quarantäne an Covid-19 sterben als auf den Intensivstationen, ist unklar. „Wir können nicht sicher angeben, ob die Patienten zuhause oder im Krankenhaus verstorben sind“, beantwortet Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, eine Tagesspiegel-Anfrage. Nur für „einen Teil“ der Todesfälle lägen Informationen vor, ob sie am Todestag hospitalisiert waren. Das ScienceMediaCenter Deutschland zählt in dieser Kategorie 1806 Verstorbene.

Für einige Todesfälle sei registriert worden, so die RKI-Sprecherin, dass sie nicht hospitalisiert waren, „aber diese Angabe ist nicht sehr zuverlässig, denn es kann sein, dass die Patienten zwar zum Zeitpunkt der Meldung nicht hospitalisiert waren, aber später hospitalisiert wurden, was aber im Meldewesen nicht erfasst worden ist.“

Was ist bekannt über die Todesursachen von Covid-19-Opfern?

Ebenso wenig weiß das RKI bislang darüber, was ausschlaggebend für den Tod der Covid-19-Patienten war. “Wir können auch keine detaillierten Angaben zur Todesursache machen”, sagt Glasmacher. Zwar bekommen die Gesundheitsämter die Leichenschauscheine der Todesfälle, aber die Ermittlung der genauen Todesursache sei nicht einfach.”

Nachtrag 2 – Sonntag 26.04.20

Obigen Text schrieb ich Freitag, überarbeitete ihn Samstag, nun ist Sonntag und ich lese die Neue Züricher Zeitung am Frühstückstisch. Und was steht da?

Quelle: https://www.nzz.ch/meinung/unsichere-datenlage-als-schwachpunkt-eines-guten-risikomanagements-ld.1553296

Unsichere Datenlage als Schwachpunkt eines guten Risikomanagements

von Hato Schmeiser

Die Datenlage zu Covid-19 ist von erheblichen Unsicherheiten gekennzeichnet. Dies stellt die Effektivität und die Effizienz getroffener Risikomanagement-Massnahmen infrage […].

[…] Medien berichten so regelmässig wie unzutreffend von «Infizierten» und «Corona-Toten». Beide Zahlen sind weitgehend unbekannt.

[…] Die publizierten Informationen zur Anzahl Infizierter bilden in aller Regel nur die positiv getesteten Fälle ab. Sie werden vor allem unter Symptomträgern, Risikogruppen und Medizinalpersonen erhoben. Damit liegt eine klassische Stichprobenverzerrung vor. Zudem ändern sich die Zulassungskriterien der Tests und ihr Sicherheitsgrad ständig. Auch die Anzahl der durchgeführten Tests im Zeitablauf und ihre regionale Verteilung sind nicht konstant.

[…] Als Schätzungen, wie viele Personen in der Bevölkerung tatsächlich infiziert sind, werden kaum überprüfbare Spannbreiten genannt […].

[…] Der kausale Zusammenhang zwischen Covid-19 und Todesfall lässt sich nicht immer leicht herstellen und ist wegen der in der Regel vorliegenden Vorerkrankungen fliessend. Es ist darum ohne weitere Analysen nicht möglich, zwischen Todesfällen «mit einer Covid-19-Erkrankung» und solchen «wegen einer Covid-19-Erkrankung» zu unterscheiden.

Schätzunsicherheiten

[…] Diese Schätzunsicherheiten beeinträchtigen den Erfolg des Versuchs, die Infektionsraten so zu verlangsamen, dass die Kapazitäten der Intensivmedizin gerade ausreichen und der Umfang des Lockdowns vertretbar ist.[…] So beginnen in unserer globalisierten Welt Produktions- und Lieferketten häufig in Ländern, für deren Bevölkerung bereits ein Lockdown tödliche Konsequenzen implizieren kann.

Tja, da ist ja alles drin. Besonders interessant fand ich: “Zudem ändern sich die Zulassungskriterien der Tests und ihr Sicherheitsgrad ständig.” Das wusste ich noch nicht. Dass diese Tests unsicher sind, war lediglich eine logische Schlussfolgerung, aber diese Aussage macht die Sachlage ja noch skandalöser.

Je mehr ich lese, desto mehr fällt mir die Klappe herunter, wie man so schön sagt. Dass fasst 100% der Presseveröffentlichungen reine Propaganda sind, finde ich schon erschreckend genug. Vorauseilenden Gehorsam kennen wir ja schon aus dem Dritten Reich und ist in Deutschland nichts neues. Aber eine ganze Bevölkerung knebeln auf Grund von nicht vorhandenem Wissen, das trauten sich nicht einmal die Nazis.

Deshalb sind wahrscheinlich Vergleiche mit dem Nationalsozialismus unbegründet. Sie hatten Ideale, wenn auch keine schönen, doch hier geht es nur noch um Machtdemonstration, um das Ausnützen einer Gesetzeslücke im Grundgesetz, weil man es kann, nicht, weil dies irgend einem Zweck dient, außer der Masturbation und Ejakulation.

Soundgarden - Black Hole Sun

Literaturangaben

Fischer, Lars. „Covid-19: Wie funktionieren die neuen Corona-Tests?“ Spektrum.de, 1. April 2020. https://www.spektrum.de/news/wie-funktionieren-die-neuen-corona-tests/1718968.

Karberg, Sascha. „Woran sterben Corona-Patienten wirklich?: Ein Schweizer Forscher macht Hoffnung im Kampf gegen Covid-19“. Der Tagesspiegel Online, 20. April 2020. https://www.tagesspiegel.de/wissen/woran-sterben-corona-patienten-wirklich-ein-schweizer-forscher-macht-hoffnung-im-kampf-gegen-covid-19/25750666.html.

Robert Koch Institut. „RKI – Coronavirus SARS-CoV-2 – Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2“. Robert Koch Institut, 30. März 2020. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html.

———. „RKI – Coronavirus SARS-CoV-2 – SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“. Robert Koch Institut (blog), 24. April 2020. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html.

Schieferdecker, Christina. „Henry David Thoreau“. Tinaland (blog), 18. Januar 2018. http://tinaland-blog.de/2018/01/18/henry-david-thoreau/.

Schmeiser, Hato. „Corona und unsichere Daten“. Neue Zürcher Zeitung, 26. April 2020. https://www.nzz.ch/meinung/unsichere-datenlage-als-schwachpunkt-eines-guten-risikomanagements-ld.1553296.

Stallmach, Lena. „Corona: Mehr Tote pro Kopf in der Schweiz als in Deutschland“. Neue Zürcher Zeitung, 22. April 2020. https://www.nzz.ch/wissenschaft/in-der-schweiz-sind-pro-kopf-dreimal-mehr-menschen-gestorben-als-in-deutschland-oder-oesterreich-das-sind-die-gruende-dafuer-ld.1552736.

WHO ( WORLD HEALTH ORGANIZATION). „Laboratory Testing for 2019 Novel Coronavirus (2019-NCoV) in Suspected Human Cases“. World Health Organization, 19. März 2020. https://www.who.int/publications-detail/laboratory-testing-for-2019-novel-coronavirus-in-suspected-human-cases-20200117.

Fußnoten

1Schieferdecker, „Henry David Thoreau“.

2WHO ( WORLD HEALTH ORGANIZATION), „Laboratory Testing for 2019 Novel Coronavirus (2019-NCoV) in Suspected Human Cases“.

3Robert Koch Institut, „RKI – Coronavirus SARS-CoV-2 – Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2“.

4WHO ( WORLD HEALTH ORGANIZATION), „Laboratory Testing for 2019 Novel Coronavirus (2019-NCoV) in Suspected Human Cases“.

5Fischer, „Covid-19“.

6Robert Koch Institut, „RKI – Coronavirus SARS-CoV-2 – SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“.

7Stallmach, „Corona“.