Corona in New York, Hongkong, Berlin

Vorwort

Es ist schon seltsam, dass es in Hongkong so wenig Tote gibt. Warum eigentlich?

Hongkong hat eine grauenvolle Luftverschmutzung, die Hongkonger gelten als die gestresstesten Menschen nach Süd-Korea, Taiwan, Nigeria und den Arabischen Emiraten. Jeder dritte soll an einer posttraumatischen Störung leiden. Während in Hong Kong 95% der arbeitenden Bevölkerung über Stress klagen, sind es in New York nur 80%. Und Stress in Berlin… gibts das?

Hongkong hat ein großes Obdachlosenproblem. Zum Vergleich: Berlin hat etwa 5 Obdachlose auf 10.000 Einwohner, New York 35 und Hongkong 226. Man könnte also meinen, wenn eine Epedemie ausbricht, dann trifft es zuerst die Obdachlosen. Doch in Hongkong gabs bislang (20.04.2020) nur 4 Tote und das obwohl COVID-19 dort bereits im Januar ausbrach, bei uns und in New York erst im März.

Also: An was liegt es?

(So nebenbei: Entschuldigung, falls jemand den ersten Post kurz sah. Ich bekam Rückmeldung, dass die Farben in den folgenden Tabellen etwas verwirrend wären, also überarbeitete ich sie nochmals.)

Zwei Videos

Ein Video aus Hongkong …

Coronavirus: What has Hong Kong learned that can help the world fight the Covid-19 pandemic?

Und weils so schön ist, noch eins von New York:

New York City under covid-19 quarantine: quiet streets and closed stores

Tabellen und Zahlen

New York hat 927 Tote pro 1 Mio. Einwohner, Hongkong nur 0,53.

Das ist etwa Faktor 2000.

Selbst Berlin hat 50 mal so viele Tote wie Hongkong (pro 1 Mio. Einwohner).

New York und Berlin versuchens mit Lockdowns, Hongkong mit Quarantäne und meiden der Kranken, außerdem haben alle einen Mundschutz. Doch ist das der Grund?

Hier mal Grafik Nr. 1:

Nun, daraus schließen wir…

… lieber erst mal wenig. Was man auf jeden Fall sagen kann: Die Lockdowns (hier in rot) haben nichts bewirkt. Die roten Maßnahmen hat Hongkong nicht gemacht und es hat auch offensichtlich nicht geschadet sie weg zu lassen.

Aber waren es die anderen Maßnahmen vielleicht?

Könnte man meinen, wäre da nicht noch mein zweites Schaubild:

Krankenschwestern, Krankenpfleger, Ärzte und Ärztinnen

Wie ihr vielleicht seht, hat Hongkong nur halb so viele Ärzte und Ärztinnen wie Deutschland. In Deutschland also von einem Ärztemangel zu sprechen ist schwachsinnig.

Auch die Anzahl der Krankenhausbetten reicht in Deutschland ewig, wie wir ja auch jetzt bei der so genannten “Pandemie” bemerkt haben: Unsere Krankenhäuser sind nur halb ausgelastet. Wir haben auch auch doppelt so viele wie Hongkong.

Schauen wir aber auf die Anzahl der Krankenschwestern und -pflegern: Hui! In Hongkong haben sie 6 mal so viele wie in Deutschland oder den USA. Das macht auch Sinn, denn wer kümmert sich vor allem um die Kranken: Die Krankenschwestern und -pfleger. Das weiß jeder, der schon einmal ein Krankenhaus von innen gesehen hat. Relativ zu den Krankenhausbetten, gibt es in Hongkong 12 mal mehr Krankenschwestern und -pfleger pro Krankenhausbett als bei uns. Und sie klagen tatsächlich über Stress.

Deutschland hat übrigens in der EU die höchste Zahl von Krankenschwestern und -pfleger pro Einwohner, Italien und Spanien haben nur halb so viel.

Wie ich es sehe, brauchen wir in Deutschland nicht mehr Ärztinnen und Ärzte, sondern mehr Krankenpfleger und -schwestern.

Das Gesundheitssystem

Die Hongkonger haben weltweit die höchste Lebenserwartung (oder dritthöchste, je nach Quelle), dabei den größten Stress und die schlimmste Luftverschmutzung, zusammen mit der vielleicht höchsten Obdachlosenrate.

Doch ihr Gesundheitssystem ist vielleicht das beste der Welt. Jeder Einwohner Hongkongs ist automatisch krankenversichert – auch die Obdachlosen. In Deutschland sind nur 89% über eine gesetzliche Krankenversicherung abgesichert, in den USA sogar nur 28%. Vergleicht man die Absicherung über das Gesundheitssystem mit dem Anteil der Toten an den Infizierten, entdeckt man schnell, dass sie in etwa umgekehrt proportional sind: Je mehr Menschen über eine Krankenversicherung, die sie nichts zusätzlich kostet, abgesichert sind, desto geringer die Todesrate. In Deutschland haben Obdachlose keine Krankenversicherung und ich weiß nicht, wie es in anderen EU-Ländern aussieht.

Es liegt nahe, dass die Todeszahlen eher etwas mit dem Gesundheitssystem und der üblichen Lebenserwartung zu tun haben, als mit den eingeleiteten Maßnahmen.

Die Sozialversicherung

Hongkonger Arbeitnehmer können es sich leisten zu Hause zu bleiben, da sie eine Lohnfortzahlung im Krankkeitsfall bekommen. Zwar nur 80% gesetzlich, aber immerhin. Außerdem ist die Arbeitslosenrate bei 2,8%, was Vollbeschäftigung bedeutet. Man kann also jederzeit den Job wechseln, da es einen großen Mangel an Arbeitskräften gibt.

Auch für die Rente ist gesorgt. ALLE zahlen 5% des Gehalts, zuzüglich eines Arbeitgeberanteils von 5%, in die Rentenkasse (wobei es einen Maximalbeitrag von 30.000 Hongkong-Dollar gibt).

Andere Versicherungen gibt es nicht, da die Krankenversicherung kostenlos ist. Eine zusätzliche Unfall-Versicherung wird über den Arbeitgeber abgeschlossen. Wird man fristlos entlassen, so muss der Arbeitgeber 1 Monatsgehalt weiter bezahlen, und sonst bei längerer Betriebszugehörigkeit eine Abfindung – und somit eine Art Arbeitslosengeld.

Ich denke, wenn Menschen keine Angst vor völliger Armut haben müssen, weil sie im Krankheitsfall und im Alter abgesichert sind, sind sie auch bereit zum Arzt zu gehen oder zu Hause zu bleiben. Das Leben in Hongkong ist schwer. Es gibt viele Obdachlose, die jedoch alle einen Job haben. Manche Menschen müssen sich zu mehreren ein Zimmer teilen, usw. Die Lebenssituation ist nicht die beste.

Dennoch scheint das Gesundheits- und Rentensystem einiges aufzufangen und den Hongkonger Bürgern ein überdurchschnittlich langes Leben zu bescheren.

Die Maßnahmen

Die Maßnahmen sollten in Deutschland ursprünglich die Menge der schwer erkrankten Menschen niedrig halten, um unsere Krankenhäuser nicht zu überlasten. Doch haben wir sehr viele Betten, doppelt so viele pro Einwohner wie Hongkong und mehr Ärzte. Die Auslastung des Gesundheitssystems fand nie statt und aktuell sind die Hälfte der Intensivbetten und Beatmungsplätze unbelegt.

Doch das war bereits vor Beginn der Maßnahmen klar, da bereits vor dem allgemeinen Lockdown, laut Informationen des Robert Koch Institutes, die Vermehrungsrate des Virus und damit die Neuansteckungen, unter 1, als etwa beim Wert Hongkongs war.

Hier nochmals die Grafik vom Robert-Koch-Institut aus meinem letzten Post:

http://tinaland-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/reproduktionszahl.jpg

Die zusätzlichen Lockdowns haben also NICHTS gebracht, denn seit dem 22.03. hat sich der Wert nicht verändert. Alle, die sich das Leben genommen haben oder Pleite gegangen, arbeitslos geworden sind, sind dies geworden, weil Irre einfach mal ausprobieren wollten, was passiert und ihre Planspiele vom Oktober 2019 (siehe Video unten) testen wollten.

Man kann daraus schließen, dass all diese Maßnahmen wirkungslos waren. Das Virus hatte von Anfang an eine Reproduktionszahl von unter 1 (also kaum ansteckend) und war völlig harmlos im Vergleich zur Grippe. Sicherlich kann man an COVID-19 sterben, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch, wenn man im Gesundheitssystem alles richtig macht, genügend Menschen es sich leisten können zum Arzt zu gehen und genügend Schwestern und Pfleger da sind, um einen zu betreuen.

Hier einmal das Video zu den Planspielen vom Oktober 2019. Erschreckend:

Event 201 Pandemic Exercise: Highlights Reel

Sommer – der Feind aller Viren

Und noch etwas Irres: Es war von vornherein klar, dass, sobald es trockener wird und die Sonne stärker scheint, der Virus verschwindet. Viren mögen keine trockene Hitze, kein UV-Licht. Sie lieben Kälte, Feuchtigkeit und Raumluft. Deshalb haben wir ja auch immer im Winter eine Grippewelle und nicht im Sommer.

Unsere Krankenhäuser hätten garnicht überlastet werden können, da von vornherein klar war, dass die Corona-Welle wahrscheinlich nur von März (erster Fall bei uns am 2.03.20) bis Juni gehen wird, schlimmstenfalls. Also nur 4 Monate. Es war bereits im März klar, dass Ausgangssperren darüber hinaus unsinnig sind.

Mundschutz und Co.

Fassen wir einmal zusammen:

Hongkong hat das vielleicht beste Gesundheitssystem der Welt und die höchste Lebenserwartung, gleichzeitig die niedrigste Kindersterblichkeit. Die Todesrate ist 7,6 (je 1000 Einwohner), in Deutschland und New York liegt sie bei etwa 11,8.

Auch in Zeiten, in denen Menschen in Hongkong keine Masken tragen, sind sie gesünder als wir und sterben weniger. Die Unterschiede sind auch dann da, wenn die Masken nicht da sind – folglich sind sie nahezu bedeutungslos.

Meine Vermutung bleibt, dass das Gesundheitsbewusstsein und das Gesundheitssystem ausschlaggebend sind. Wenn ich nichts bezahlen muss, wenn ich krank bin, egal ob beim Hausarzt oder im Krankenhaus, gehe ich häufiger zum Arzt und erfahre wahrscheinlich auch schneller, wie ich mich schützen kann.

Je früher man beginnt, ein Bewusstsein zu entwickeln, dass eine Krankheit im Umlauf ist, desto mehr achtet man darauf, sich von kranken Menschen fernzuhalten.

Und zum Mundschutz: Wenn man nicht den richtigen hat, ist er völlig sinn- und zwecklos. Doch welcher ist der richtige? Wo kann man ihn kaufen? Natürlich kann ich aus einem Stofftuch eine Virenschleuder machen, aber ist das wirklich der Sinn der Sache? Und wer bezahlt ihn? Wie ist es mit Menschen, die sich den nicht leisten können?

Wer in Deutschland einen Mund- und Nasenschutz verordnet und nicht kostenlos den passenden verteilt, ist ein Depp.

Quellenangaben

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Yujing, Liu. „Hongkongers Are Fifth Most Stressed People in the World, Study Says“. South China Morning Post, 10. Juli 2018, Abschn. Business. https://www.scmp.com/business/article/2154538/all-work-and-no-play-makes-hongkongers-worlds-fifth-most-stressed.