Deep Purple: „InFinite“ & „The Infinite Live Recordings, Vol. 1

a) „InFinite“

Infinite ist ein überraschend gutes Album. Wussten Deep Purple in den letzten Jahren zu langweilen, so überrascht dieses Album. Es ist das beste seit „Perpendicular“ und hats immerhin mit 3 Songs in meine Playlist geschafft. Die letzten Platten hatten – wenn überhaupt – einen hörbaren Song. 3 gute Songs von von insgesamt 10 bedeutet 33% richtig gut, der Rest ist ok. Zu den besten Songs der Platte gehören das Doors-Cover „Roadhouse-Blues“, „One Night in Vegas“ und „Get me outta here“ (leider alle 3 nicht auf YouTube). Die Platte ist deutlich rockiger als der Vorgänger, der sich eher altersschwach anhörte. Ich hielt Deep Purple für alte Männer, die keine guten Songs mehr auf die Reihe bekommen, aber zum Schluss gibts doch nochmals echten Rock, sehr voluminös und dicht. Die LP kommt übrigens als Doppel-LP mit 2-3 Songs je Seite.

b) „The Infinite Live Recordings, Vol. 1“

Diese Platte ist eine echte Kaufempfehlung. Man ahnt, was möglich gewesen wäre. Vor allen Don Airey (Keyboards) und Steve Morse (Gitarre) zeigen, was sie können, wenn man sie lässt. So ist mein persönlicher Höhepunkt „Lazy“, das klassische Keyboard-Gitarre-Duell, das zu völlig neuem Leben erwacht. Man hört: Es sind nicht Blackmore und Lord, die da spielen, keine Kopie, sondern eine richtig geile Live-Coverversion. Und das macht auch diese Platte aus. Diese Band klingt – auch schon nicht auf infinite – wie Deep Purple, sondern wie eine richtige großartige Deep Purple Coverband, die altes in neuem Glanz erstrahlen lässt. Die Hightligts sind deshalb auch „Black Night“, „Bloodsucker“, Space Truckin’“ und „Peter Gunn/Hush“ (leider nur Bloodsucker auf YouTube). Die Platte hätte noch mehr herausragende Songs, doch leider scheint das eine oder andere live nicht richtig funktioniert zu haben. So sind die Qualitäten recht unterschiedlich, auch Ian Gillans Stimme ist manchmal deutlich hinter der Band, was etwas irritiert. Die beste Live-Platte seit Langem und ich hoffe auf Vol. 2. Die LP kommt übrigens als Doppel-LP mit 2-3 Stücken je Plattenseite. Man kann sie problemlos am Stück durchhören ohne sich zu langweilen. Das Konzert ist extrem abwechslungsreich. Es gibt jede menge Solos, ob Keyboard, Gitarre oder Drums und Don Airey (der mich hier ganz besonders begeistert) klingt nicht nach Jon Lord, was wirklich gut tut und der Platte dieses interessante Feeeling gibt, Covers und klasse Interpretationen zu hören, statt sie einfach nur zu nachzuspielen. Ich hätte mir mehr davon gewünscht, aber – it’s the end und wir können nur auf mehr Liveplatten hoffen.

Deep Purple "Time For Bedlam" Official Lyric Video from the new album "inFinite"
Deep Purple – Time For Bedlam
Deep Purple "Bloodsucker" (Live at Hellfest 2017) Official Lyric Video
Deep Purple – Bloodsucker – Live at Hellfest 2017

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