Larkin Poe: Self Made Man

Mit dem Vorgänger, “Venom & Faith”, dachte ich, Larkin Poe hätten endlich ihre Heimat gefunden, vielleicht haben sie das ja auch. Die Produktion ist ähnlich, doch dadurch, dass “Self Made Man” deutlich weniger bluesig ist, werden die Produktion und die Arrangements für meinen Geschmack etwas zu gefällig und sind zu simple gestrickt.

Freut man sich bei einem Blues auf die gute Gitarrenarbeit und den Blues an sich, geht es beim Mainstream vor allem um Eingängigkeit und einfache Refrains. “Self Made Man” ist ein Mainstream-Album, das wenig zeigt, dass Larkin Poe auch etwas anderes können als das, was alle machen. Die Songs sind gut und wer die Platte kauft, wird es nicht bereuen, aber vor Freude jauchzen auch nicht.

Larkin Poe haben noch nie ausgefeilte Songs geschrieben, weshalb ihre Stücke von ihrem Charisma und ihrer hervorragenden Instrumentenbeherrschung leben. Eigentlich sind sie ein klassisches Rock-Duo oder Blues-Duo. In diesen Genres ist es nicht wichtig, ob eine Songmelodie nun wirklich gut ist. Wichtig ist meist, was man daraus macht. Weder “Smoke On The Water” noch “Voodoo Chile” oder “TNT” sind großartige Kompositionen, betrachtet man nur die Melodie. Sie werden großartig, durch die Band, das Arrangement, die Produktion, usw. Sie leben nicht durch sich selbst, sie werden zum Leben erweckt.

Rock und Blues sind Musigenres, die erst durch den Interpreten einen Song entstehen lassen. Im Mainstream geht es um nette Melodien, zum Mitgrölen, die instrumental untermalt werden. das ist etwas anderes und nichts, was den Songs von Larkin Poe gut tut.

Vielleicht überzeugt gerade deshalb Kindred Spirits vom 30. November 2020 mehr, als diese Album vom 30. Juni 2020. Die Interpretation ist das Interessante, nicht die Melodie. Und auf “Self Made Man” ist diese etwas zu durchschnittlich.

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