Man trägt wieder Stern

Dritte-Reichs-Vergleiche gehen garnicht!

Ja?

Das Namens-Änderunmgs-Gesetz Deutschlands aus dem Jahre 2020:

.§1 Der Vorname eines deutschen Staatsangehörigen oder eines Staatenlosen, der seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Deutschen Reich hat, kann auf Antrag geändert werden. […]

(1) 1 Der Antrag auf Änderung eines Vornamens ist schriftlich oder zu Protokoll bei der unteren Verwaltungsbehörde zu stellen, in deren Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz oder beim Fehlen eines Wohnsitzes seinen Aufenthalt hat. 2 Hat er im Deutschen Reich weder Wohnsitz noch Aufenthalt, so bestimmt der Reichsminister des Innern die zuständige Behörde.”

Das Gesetz stammt von 1938 und wurde bis heute nicht geändert. Deshalb können transsexuelle Menschen ihren Namen nicht auf dem Standesamt ändern lassen.

Und tragen jetzt einen Stern (Trans*).

Zustände wie im Dritten Reich?

Wenn wir in einer nach einem Nationalsozialisten benannten Halle (Hans Martin Schleyer-Halle in Stuttgart) Feste und Konzerte feiern, so ist das natürlich kein Problem.

Bereits in der Schulzeit betätigte sich Schleyer in der Teutonia-Verbindung. Dann trat er auch in die Hitlerjugend ein. Während des Studiums war er Mitglied der […] nationalsozialistischen Studentenbewegung Heidelbergs […]. So wurde Schleyer Mitglied der NSDAP und der SS. Für jene Zeit ist auch die Mitwirkung Schleyers in führenden Wirtschaftsverbänden u. a. in der besetzten Tschechoslowakei bekannt: In Prag leitete er zunächst das Studentenwerk, dann wurde er zum Leiter des Präsidialbüros des Zentralverbandes der Industrie für Böhmen und Mähren ernannt.

Quelle: http://www.whoswho.de/bio/hanns-martin-schleyer.html

Wir sind doch keine Nazis!

Ja, ja, ja … Dritte-Reichs-Vergleiche sind sowas von daneben. Wir haben uns nie an einem Angriffskrieg gegen Russland beteiligt! (Nur gegen den Irak, gegen Afghanistan, gegen .. Aber nicht gegen Russland!)

Wir sind doch die Guten!

No Problem.


Ach ja und ein Teil der alten IG-Farben stellt Insektenvernichtungsmittel her.

Wir haben mit unserer Vergangenheit kein Problem.

Sie ist doch nur ein “Fliegenschiss”. Muss man nicht so wichtig nehmen.

Oder doch?

“Gauland hat auch nicht “Fliegenschiss” gesagt, wie es in seiner nachgeschobenen Erklärung heißt, er sprach in Thüringen von “Vogelschiss””
(Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gaulands-kontrollverlust-kolumne-a-1211749.html)

Wir schreiben das Jahr 2020 – und kennen keine Scham

Wir bilden uns gerne ein, wir hätten das alles hinter uns gelassen. sollte es doch 1949 mit dem Grundgesetz ein Neuanfang werden. “Nie wieder!” hieß es.

Und schwupps: Schon wieder vergessen.

Am besten gar nicht daran erinnern, denn wir sind ja so viel besser und heute ist alles anders.

Ja, stimmt?

Reinrassigkeit hat wieder Konjunktur.

Und die Rassisten.

Die sind jetzt aber feministisch links.

Quelle: Uni Bremen

Quelle: Uni Bremen

OK, übersetzen wir das mal:

Wenn ich ein generisches Maskulinum verwende, wie z.B. “Alle Bürger Deutschlands”, dann muss ich da noch einen Stern dazu setzen, weil damit transsexuelle Menschen, also ich, nicht angesprochen werden. Außerdem brauche ich das Sternchen, um auch noch alle Rassen (races) anzusprechen.

Aha.

Warum weiß ich nicht, dass ich da nicht angesprochen werde?

Und… ich dachte, das mit den Rassen wollten wir in Deutschland bleiben lassen und “Die Bürger” wären automatisch alle Deutschen? Ohne Unterschied?

Nein, sind sie nicht? Meint die Uni Bremen. Es gibt verschiedene Rassen (races), meint die Uni Bremen. Und dies markiert man durch einen Stern, meint die Uni Bremen.

Ok. Und die Rassen unterscheidet man wie? Mit einer Rassenlehre?

Ja, Dritte-Reichs-Vergleiche sind blöd, also machen ich jetzt am besten keinen.

Ist ja auch was anderes. Früher betonte der Stern, das Sonnenrad, die Existenz von Rassen, heute zeigt er, dass es Rassen gibt.

Race (human categorization) (Wikipedia)
Since the second half of the 20th century, the association of race with the ideologies and theories of scientific racism has led to the use of the word race itself becoming problematic. Although still used in general contexts, race has often been replaced by less ambiguous and loaded terms: populations, people(s), ethnic groups, or communities, depending on context

(Ich habe den englischen Text gewählt, nicht dass jemand glaubt, es bestünden da Übersetzngsprobleme. Ist ja auch ne gute Ausrede.)

“Ich bin doch keine Rassistin when talking about race.”

BlackKlansMan: Unbedingt anschauen!

Sagt der Ku Klux Klan auch und die White Power Bewegung und die Evangelikalen der USA. Muss ja wahr sein.

Und bei englischen Wörtern passen nicht mal Dritte-Reichs-Vergleiche.

Der Rassengedanke und dass Menschen mit Behinderungen oder Transsexualität nicht mit genannt werden, wenn man von “den deutschen Bürgern” spricht, ist befremdlich. Und wenn ich dies ausdrücken möchte, soll ich einen Stern benutzen, den man auch für ein Sonnenrad halten könnte.

Gruselig.

Der Stern ist meist sechseckig, der Stern für die Minderheiten. Manchmal fünfeckig. Öfter mal variieren.

Aber jetzt muss ich aufhören, sonst träume ich noch schlecht.

Aber das kann man nicht vergleichen.

In Deutschland benutzen wir ja noch nie Sterne oder Ähnliches für Minderheiten. Und wenn, haben die nie “Rasse” impliziert in irgend einer Form oder dass die Menschen nicht dazu gehören.

Kann man nicht vergleichen.

Außerdem sind die Sterne schwarz, nicht gelb oder rosa oder so…

Und diesmal meinen wir es echt gut!

Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/klo-revolution-an-der-uni-gibt-s-jetzt–frauen-inter-nichtbinaer-trans—toiletten-36180858

Jetzt haben Minderheiten schon ihre eigene Toilette, damit sie auch aufs Klo können, nachdem sie nicht mehr auf die Klos der reinrassigen Frauen und Männer dürfen.

Man könnte doch noch spezielle Sitze im Bus, z.B. im hinteren Teil, für “Frauen Inter Nicht-binär Trans*” einführen, damit sie nicht mehr von den anderen reinrassigen diskriminiert werden und einen Sitzplatz finden.

Oder Wohnungshilfe: Wir könnten doch eigene Viertel für Sternchenleute machen, damit sie sicher vor Diskriminierung sind. Und abends werden zur Sicherheit die Tore geschlossen. In Warschau gabs da mal ein berühmtes Projekt.

Und damit man sieht, wer in der Wohnsiedlung leben darf, oder wer auf die speziellen Klos darf, tragen die Betroffenen offen einen Stern, einen Genderstar. Coole Idee, die hatte zuvor bestimmt noch niemand!

Bild: Hidden Figures (unbedingt ansehen!)

Der Brand

Und sie schelten meine Klagen,
Und sie höhnen meinen Schmerz.
Einsam in die Wüste tragen
Muß ich mein gequältes Herz,
Von den Glücklichen gemieden
Und den Fröhlichen ein Spott!
Schweres hast du mir beschieden,
Pythischer, du arger Gott!

Dein Orakel zu verkünden,
Warum warfest du mich hin
In die Stadt der ewig Blinden
Mit dem aufgeschloßnen Sinn?
Warum gabst du mir zu sehen,
Was ich doch nicht wenden kann?
Das Verhängte muß geschehen,
Das Gefürchtete muß nahn.

Frommt’s, den Schleier aufzuheben,
Wo das nahe Schreckniß droht?
Nur der Irrthum ist das Leben,
Und das Wissen ist der Tod.
Nimm, o nimm die traur’ge Klarheit,
Mir vom Aug den blut’gen Schein!
Schrecklich ist es, deiner Wahrheit
Sterbliches Gefäß zu sein.