2019 – Platten des Jahres

2019 war ein grauenvolles Musik-Jahr. Gerade mal fünf(!) reguläre Veröffentlichungen (The Hu, Billie Eilish, Fidlar, The Raconteurs und Alice Cooper) haben es in meine Jahresbestenliste geschafft. Das ist ein Negativrekord.

Was diese Liste dennoch so lang mit, sind bislang unveröffentlichte Aufnahmen von Neil Young und Bob Dylan und zahlreiche Remix-Wiederveröffentlichungen. Mein Ausgaben für Platten waren dieses Jahr deshalb recht hoch, auch wenn wenig wirklich Neues dabei war.

The Hu haben mit “The Gereg” das Album des Jahres geliefert. Dabei wäre es auch schwer zu schlegen gewesen, wenn es noch mehr Veröffentlichungen gegeben hätte. Für mich ist es vielleicht das beste Album des Jahrzents, wobei 2020 ja noch etwas Besseres kommen kann.

Whitesnake: Slide It In (Remixed and remastered)

Whitesnake: Slide It In (Remixed and remastered)

Slide It In war die letzte wirklich große Platte von Whitesnake – danach fing der Abstieg in Schnulz und Mainstream an, der leider wohl nicht aufzuhalten war, da der Nachfolger von Slide It In, 1987, leider das erfolgreichste Whitesnake-Album wurde. Dass ein Album deshalb so viele Käufer findet, weil der Vorgänger richtig klasse war, und deshalb die Erwartungen hoch sind,
Whitesnake – Slip of the Tongue (Remix/Remastered/Deluxe)

Whitesnake – Slip of the Tongue (Remix/Remastered/Deluxe)

Ich weine immer noch, wenn ich sehe, wie diese „neueren“ (jetzt auch schon 30 Jahre alten) Whitesnake-Platten herauskommen und die alten, wirklich guten, vergessen werden. „Slip of the Tongue“ ist – wie schon an anderer Stelle erwähnt – der Beginn des Abstiegs von Whitesnake in Pop-Mainstream-Schnulzen-Musik. Auch wenn „Sailing Ships“ schön sein könnte, markiert es diesen Anfang. David Coverdale wird
Various Artists – Come on up the House – Women sing Waits

Various Artists – Come on up the House – Women sing Waits

Eine schöne Platte, doch hätte sie schöner werden können. Ich hatte mir mehr erhofft, sind doch einige große Namen vertreten, wie Rosanne Cash, Patty Griffin, Aimee Mann, Alison Moorer & Shelby Lynn, etc. Überzeugt haben mich nur „Tom Traubert’s Blues“ von The Wild Needs, „Ol‘ 55“ von Allison Moorer , Shelby Lynne und „Hold On“ von Aimee Mann. Durch letzteren
UFO – Phenomenon

UFO – Phenomenon

UFO – Phenomenon (Remastered, Deluxe, 2019, Original 1974) Die ersten drei Studio-Alben von UFO sind so etwas wie Rockgeschichte. Auf der dritten Studioplatte, Phenomenon, wechselten sie den Gitarristen aus und es kam Michael Schenker von den Scorpions dazu. Ursprünglich wollten sie ihn nur ausleihen, aber er blieb dann doch. Im Text (bei den Vinyls im Clappcover, bei den CDs im
The Yardbirds – Live At The BBC Revisited

The Yardbirds – Live At The BBC Revisited

Ich bin Yardbirds-Fan. Ich habe ALLES von den Yardbirds. Die BBC ist gerade dabei alte Aufnahmen von vielen verschiedenen Künstlern auf Vordermann zu bringen und ich denke, man sollte sich nach allen umschauen, denn die Liveaufnahmen von Elton John (siehe unten) sind gigantisch und definitiv das beste Album 2020. Das zu schlagen ist eigentlich nicht möglich. Doch die BBC fährt
The Raconteurs – Help Us Stranger

The Raconteurs – Help Us Stranger

Wiedervereinigungen gehen nicht häufig gut. Die Singleauskoppelung vorab „Help Us Stranger / Now You‘re Gone“ weckte in mir große Hoffnungen. Vor allem das großartige „Now You‘re Gone“ hat es mir angetan. Leider wurde ich enttäuscht. Es gibt zwar gute Songs auf der Platte, doch die Größe von „Now You‘re Gone“ wird kein zweites Mal erreicht. Fans von Jack White und
The Hu – The Gerreg

The Hu – The Gerreg

Laut Wikipedia, heißen „The Hu“ so, weil sie damit an „The Who“ erinnern wollen, wobei man musikalisch keine Ähnlichkeit erkennen kann – und außer der deutschen Wikipedia das auch niemand anders behauptet. Wie so oft. Auf ihrer Website lesen wir: „The band’s name The HU, is the Mongolian root word for human being. They call their style “Hunnu Rock”…inspired by
The Beatles – Abbey Road (Vinyl und CD Deluxe) (2019)

The Beatles – Abbey Road (Vinyl und CD Deluxe) (2019)

Über die Beatles und über Abbey Rod gibt es wenig zu sagen. Auch dieser Remix ist wieder einmal großartig und ein Genuss – wenn nur die schlechte Vinyl-Pressung nicht wäre. Warum? Die Extras sind diesmal leider weniger must have als bei den Vorgängern, so dass Abbey Road für mich deutlich hinter Sergeant Pepper und The Beatles (Weißes Album) zurück bleibt.
The Band – The Band (Deluxe) (2019)

The Band – The Band (Deluxe) (2019)

Ich mag die Musik von The Band, doch in der Vergangenheit habe ich sie selten gehört, weil die Songs alle so dumpf klangen, so, als hätte ihnen jemand den Saft abgedreht. Doch hier: Traumhaft! Es ist erstaunlich, was man aus Musik herausholen kann, wenn der richtige Mensch am Mischpult sitzt. Wobei ich den Remix von „Music from Big Pink“ besser
Prince – 1999 (Super Deluxe Edition, Remastered)

Prince – 1999 (Super Deluxe Edition, Remastered)

1999 gehört nicht zu meinen Lieblingsplatten von Prince. Das Album ist ok. Er hat allerdings sehr viele sehr langweilige gemacht (hab sie tatsächlich alle, den ich mag Prince), wodurch 1999 etwa Platz 5 unter den Prince-Alben bei mir erreichen würde. Was diese Veröffentlichung jedoch zum Hinknien macht: Die Qualität. Die Aufnahmen sind “nur” remastered, aber mit großer klanglicher Wirkung. Bernie
Neil Young + The Stray Gators: Tuscaloosa

Neil Young + The Stray Gators: Tuscaloosa

Neil Young wandert in neuester Zeit eher in die Langeweile ab. Dabei frage ich mich immer wieder: „Wie, um alles in der Welt, kamst du auf diese Langweiler Promise Of The Real? Wo ist Crazy Horse???“ Wobei die Stray-Gators leider völlig in Vergessenheit geraten – handelt es sich doch genaugenommen auch um Crazy Horse, da die meisten Mitglieder eint bei
Lais – 25 Jaar

Lais – 25 Jaar

Bei dieser Platte gibt es bislang (August 2020) keine Möglichkeit, eine LP oder CD zu ergattern. Schade, denn aus Belgien ists nicht so teuer, wie z.B. aus den USA. Auch Lais’ letzte Platte ist von 2009 (Lais Lenski). Es gab zwar inoffizielle Veröffentlichungen, aber nur auf den Konzerten in Belgien (Midwinter tales I & II). Auch das macht einen nicht
Johnny Cash – Personal File

Johnny Cash – Personal File

Johnny Cash – Personal File (2011-CD, 2019-Vinyl) Im Jahr 2006 veröffentlichte Columbia/Legacy eine Reihe von Aufnahmen, die zu Johnny Cashs privatesten und wertvollsten seiner Besitztümer gehörten. Sie nannten es “The Personal File”, was Johnny Cash auf die weißen Pappkartons geschrieben hatte, die diese Aufzeichnungen über die Jahre sicher aufbewahrt hatten. Dieses dreifache Album umfasste Aufnahmen, die Cash zwischen 1973 und
IU: Love Poem

IU: Love Poem

Ein wirklich schönes Pop-Album als “Extended Play” veröffentlichte IU 2019. IU heißt eigelich Lee Ji-eun (아이유), doch da dieser Name in Korea sehr häufig ist (Lee ist dort das, was bei uns “Schmidt” ist, dicht gefolgt von Kim), bekam sie einen Künstlernamen verpasst. IU soll – auf Englisch gesprochen “I You” die Verbindung zwischen dem Künstler und seinen Zuhörern ausdrücken.
Ian Gillan with the Don Airey Band and Orchestra – Contractual Obligation

Ian Gillan with the Don Airey Band and Orchestra – Contractual Obligation

Ian Gillan with the Don Airey Band and Orchestra veröffentlicht 3 verschiedene Konzerte, einmal aus St. Petersburg, eins aus Warschau und eins aus Moskau. Das seltsame Veröffentlichungsgebahren bringt es mit sich, dass man Live in St. Petersburg nur auf LP bekommt, Live in Warschau nur auf CD und Live in Moskau nur auf Blu-ray. Der Sinn dahinter wird mir nicht
Fidlar: Almost Free

Fidlar: Almost Free

Fidlar haben mich mit dem Album Almost Free überrascht – positiv wie negativ. Positiv, weil viele gute Songs auf der Platte sind, negativ, weil auch viel Schrott darauf ist. Warum? Es wirkt so, als wollten Fidlar auch mal zwischen durch wie der übliche Mainstream-Schlager klingen, bei welchem irgendwelche Jungs in zu großen T-Shirts „Yo, Yo“ sagen und Frauen mit halb-nackten
Eliza Carthy – Restitute

Eliza Carthy – Restitute

Eliza Carthy hat mit Restitute ihre bisher beste Platte veröffentlicht und das auch noch als Fan-Projekt. Bislang war Red/Rice mein Favorit, alles andere, was sie als Solokünstlerin mit Band veröffentlichte, fand ich eher mäßig. An Restitute erkennt man ihre wahre Stärke: Ihre Stimme und ihr grandioses Geigenspiel. Minimalismus, statt dem Versuch, durch mehr Musiker mehr Gefälligkeit zu erzeugen. Zumindest hatte
EAV – 1000 Jahre EAV Live

EAV – 1000 Jahre EAV Live

Was soll man sagen: EAV rockt: EAV – Ba-Ba-Banküberfall EAV – Neandertal Aber es geht natürlich auch anders: EAV – Heimat Auch auf diese Platte bin ich durch Zufall gestoßen (hier bei YouTube und auf Spotifiy). EAV waren ja schon immer lustig, aber dass sie Live richtig rocken können wusste ich nicht. Die Live-Platte ist keine Best-Of. Es finden sich
Dessert Sessions 11 & 12 (Josh Homme)

Dessert Sessions 11 & 12 (Josh Homme)

Die Dessert Sessions sind keine Kost für Jedermann. Josh Homme, von den Queens Of The Stone Age, nennt seine Dessert Sessions “The longest-running mix tape in existance”. Es sind Aufnahmen verschiedener Jam-Sessions, zu denen Josh Homme regelmäßig verschiedenste Künstler um sich versammelt. Diesmal sind Billy Gibbons (ZZ Top), Les Claypool (Primus), Stella Mozgawa (Warpaint), Jake Shears (Scissor Sisters), Mike Kerr
Deep Purple — Live in Newcastle 2001

Deep Purple — Live in Newcastle 2001

Noch eine Live-Aufnahme, die sich lohnt. Deep Purple in der letzten Besetzung mit Jon Lord, aufgenommen 2001 in Australien. Was gefällt ist, dass man auch einmal „Mary Long“ oder „No One Came“ live hört, grandiose, viel zu wenig live gespielte Stücke, wie auch „Speed King“, was mein perrsönliches Highlight ist (bin aber auch Purple-Fan), 16:59 lang Speed King! Das Konzert