Musik Nuggets zu sauren Gurken

Das Corona-Experiment verursacht leider auch kritische Zustände in der Musikindustrie. Es gibt zwar Veröffentlichungen, weil Platten vor der verursachten Krise fertige gestellt wurden, doch zögern viele Künstler ihre Neuveröffentlichungen hinaus, weil sie sie mit einer Tour kombinieren wollen. Vielleicht ist dies einmal die Zeit, Altes aus dem Plattenschrank zu graben und hier vorzustellen.

Doch zunächst ein großartiges Hotel-Konzert von Larkin Poe. Larkin Poe spielen im folgenden Video ein Best-Of-Konzert, also zurücklehnen und genießen – und gespannt auf das Neue Album warten.

#RememberThisMoment: Larkin Poe

Ich habe mich bemüht, bluesige Platten auszusuchen, damit sie besser zu Larkin Poe passen.

Crazy Horse: Crazy Horse

Larkin Poe hießen früher die Lovell Sisters, zusammen mit Schwester Nr. 3. Da spielten sie noch Bluegrass. Als Larkin Poe wars dann eher Folk, etwas Mainstream, so zwischendurch und jetzt sind sie bei eher bluesigeren Nummern gelandet. Deshalb finde ich, Crazy Horse passen ganz gut zu Larkin Poe.

Einfach nur “Crazy Horse” hieß das erste Studioalbum von “Crazy Horse”, gleich mit einer riesigen Ansammlung großartiger Songs. “I Don’t Want to Talk About It” von Crazy Horse kennt man leider eher in der (nicht bessren) Version von Rod Stewart, geschrieben von Danny Whitten. Neil Young steuerte übrigens “Dance, Dance, Dance” bei zu diesem Album bei. Den Song “Downtown” kennen vielleicht manche, er erschien vier Jahre später nochmals in einer Liveversion auf dem Album “Tonight’s The Night” von Neil Young & Crazy Horse.

Auf drei Stücken hören wir zusätzlich Ry Cooder an der Slideguitar (und Rita Coolidge als Background-Sängerin). Deshalb muss dieses Album einfach hier noch dazu (weiter unten kommt ja noch eine Platte von Ry Cooder).

Die Original “Crazy Horse” waren: Danny Whitten, Nils Lofgren, Jack Nitzsche, Ralph Molina und Billy Talbot. Später blieben nur Ralph Molina und Billy Talbot, der Schlagzeuger und der Bassist, als Stammbesetzung übrig. Die darauf folgende Platte kam mit neuen Komponisten, neuem Sänger, neuem Gitarristen – und hörte sich einfach nicht mehr nach Crazy Horse an. “Crazy Horse”, bzw. Ralph Molina und Billy Talbot, wurden erst wieder bedeutend, als sie zur Dauerbegleitband von Neil Young wurden.

Doch auch die anderen ehemaligen Mitglieder von Crazy Horse findet man immer wieder in der Nähe von Neil Young, teilweise unter dem Namen “Stray Gators”, in wechselnder Besetzung.

Für Danny Whitten endete die musikalische Karriere nach diesem Album, weil ihn seine Drogensucht umbrachte. Nils Lofgren versuchte eine Solokarriere, ist uns aber vor allem bekannt als der Gitarrist von Bruce Springsteens E Street Band. Und Jack Nitzsche findet man, wenn man die Abspänne verschiedener Filme angeschaut oder die Alben der Rolling Stones oder von Neil Young genauer betrachtet. Jack Nitzsche war weiterhin ein begehrter Musiker und Produzent, komponierte berühmte Songs mit, wie “Up where we belong”, doch vor allem schrieb er Filmmusiken. Besonders mit der Musik zu “Einer flog über das Kuckucksnest” und “Der Exorzist” machte er von sich reden. Insgesamt schrieb er die Musik zu 36 Kino-Filmen.

Aus Crazy Horse hätte eine der großartigsten Bands werden können, doch der frühe Tod von Danny Whitten sorgte leider nur für eine einzige große Platte.

Crazy Horse – Gone Dead Train

Dance, Dance, Dance
Crazy Horse – Dance, Dance, Dance

I Don't Want to Talk About It
Crazy Horse – I Don’t Want to Talk About It

Crazy Horse – Downtown

Canned Heat: Boogie With Canned Heat

Auch wenn es von Canned Heat viele gute Stücke gibt und sich ein Best-Of-Album wirklich lohnt, gibts dennoch nur eine Studio-Platte, die man haben muss.

“Boogie With Canned Heat” war ihr zweites Album und enthält u.a. “On the Road again”, den Song, der neben “Going Up The Country” vom zweiten Album (Living the Blues), ihr erfolgreichster Song ist

Richtig bekannt wurden sie durch den Film “Woodstock”, ist doch “Goin’ Up the Country” einer der wenigen wirklich großartigen Songs im Original-Film, zusammen mit ihrem “Woodstock-Boogie”, bei welchem man beim Anhören irgendwie “how, how, how” sagen möchte. Auch sie haben zu viel John Lee Hooker gehört. Wer also Boogie mag: Hier gibts jede Menge davon, vor allem den großartigen “Fried Hockey Boogie”.

Die erste Platte “Canned Heat” kann man seiner Sammlung getrost hinzufügen, die dritte “Living the Blues” enthält eigentlich nur zwei große Songs und ab der dritten wirds was für Fans.

1970 Starb der Sänger Alan Wilson, der unter anderem “On the Road again” und “Going Up The Country” gesungen hatte, an zu viel Drogen und Alkohol. Er fand im gleichen Jahr, wie Janis Joplin und Jimi Hendrix den Tod. Vielleicht lag es ja an ihm, dass dann irgendwie der Ofen aus war.

Dennoch, Canned Heat haben Songs geschaffen, die wir noch lange hören werden und haben maßgeblich zur Beliebtheit des Boogie und des Bluesrock beigetragen.

Canned Heat - Boogie With Canned Heat - 01 - Evil Woman
Canned Heat – Evil Woman

Canned Heat - On The Road Again [HQ]
Canned Heat – On The Road Again

Canned Heat - Boogie With Canned Heat - 07 - Amphetamine Annie
Canned Heat – Amphetamine Annie

Canned Heat - Boogie With Canned Heat - 10 - Fried Hockey Boogie
Canned Heat – Fried Hockey Boogie

Ry Cooder – Crossroads

Für mich ich die Filmmusik zu Crossroads Ry Cooders Meisterwerk und eine meiner Lieblingsplatten. Natürlich mag ich auch den Film, aber das könnte ausschließlich an der großartigen Musik liegen. Schade nur, dass das Gitarrenduell aus dem Film nicht auf dem offiziellen Soundtrack enthalten ist, wie auch allen anderen Stücke mit Steve Vai. Diese wären etwas für eine Special Edition. Nächstes Jahr wären es 35 Jahre “Crossroads”, mal so als Anregung.

Was soll man viel dazu sagen, die Musik spricht für sich. Ry Cooders Slide-Guitar ist auf fast allen Stücken zu hören. Die Titelnummer “Crossroads” lässt den Song in anderer, als bisher gewohnter Manier erstrahlen, gefällt mir besser als das Original oder die Version von Cream – und ich liebe “Crossraods” von Cream!

Ry Cooder ist ein Musiker, der immer wieder gerne experimentiert und irgendwann auch die “Weltmusik” entdeckte. So dürfte das bekannteste Album “Buena Vista Social Club” sein, was etwas schade ist, denn er hat wirklich viele hervorragende Soloplatten veröffentlicht. Man kann alle Platten bis 1987 getrost seinem Plattenregal zufügen, dann fing er an durch die Welt zu reisen. Er nahm Platten mit den Dubliners (“Long Black Veil”) auf, “Talking Timbuktu” mit Ali Farka Toure und das bekannte “Buena Vista Social Club” Album. Von da an wars dann vorbei mit dem Blues und er fand den Weg leider nicht mehr zurück. Megan Lovell von Larkin Poe hat bereits seinen Platz eingenommen, er weiß es nur noch nicht.

Crossroads (Remastered Version)
Ry Cooder – Crossroads

Down in Mississippi (Remastered Version)
Ry Cooder – Down in Mississippi

Somebody's Callin' My Name (Remastered Version)
Ry Cooder – Somebody’s Callin’ My Name

He Made a Woman out of Me (Remastered Version)
Ry Cooder – He Made a Woman out of Me

Jeff Beck: Truth

Als Jeff Becks Truth erschien, war man sehr gespannt, weil kurz darauf auch Led Zeppelin (1) das Licht der Käuferwelt erblickte. Beides sind Debüt-Platten ehemaliger Yardbirds Gitarristen und auf beiden Platten finden wir die Namen Jimmy Page, John Paul Jones und Robert Plant. Jimmy Page hat sogar einen Song für Jeff Becks Album beigesteuert.

Doch waren die Mitglieder von Led Zeppelin nur Begleitmusiker. Aus heutiger Sicht viel interessanter ist die Besetzung der Jeff Beck “Group”: Rod Stewart (Gesang), Ron Wood (Bass), Micky Waller (Schlagzeug) und natürlich Jeff Beck an der Gitarre. Rod Stewart ist ein großartiger Bluessänger, was man gerne vergisst.

In dieser Besetzung (ohne Micky Waller) nahm die Band noch Beck-Ola auf, das Nachfolgealbum, dann trennten sie sich. Jeff Beck formte “Beck, Bogrt & Appice” und Rod Stewart und Ron Wood gingen kurzfristig zu den (Small) Faces. Auf dem ersten Soloalbum von Rod Stewart “An Old Raincoat Won’t Ever Let You Down” findet man dann wieder neben Rod Stewart auch Micky Waller und Ron Wood. Jeff Beck wurde wieder Solo-Künstler, Ron Wood wurde Gitarrist der Rolling Stones und Micky Waller war auf verschiedenen Platten verschiedener Künstler zu hören.

“Truth” war eine Begegnung großartiger Musiker, die auf vielfältige Weise die Rockmusik prägten und wurde ein zeitloses Bluesalbum.

Ol' Man River (2005 Remaster)
Jeff Beck – Ol’ Man River (2005 Remaster)

Shapes of Things (2005 Remaster)
Jeff Beck – Shapes of Things (2005 Remaster)

Rock My Plimsoul (2005 Remaster)
Jeff Beck – Rock My Plimsoul (2005 Remaster)

Greensleeves (2005 Remaster)
Jeff Beck – Greensleeves

Led Zeppelin – Led Zeppelin II

Led Zeppelin II ist für mich das vielleicht beste Rock Album aller Zeiten, das beste Blues-Rock auf jeden Fall.

Es gab eine Zeit, das lief “Whole Lotta Love” im Radio. Ich mochte den Song und dachte mir nur: Von der Band kaufst du dir mal eine Platte. Damals gabs kein Internet, keine CDs und keine Möglichkeit reinzuhören. Manche Plattenläden boten es zwar an, doch nicht alle. Also machte ich einen Blindkauf und wurde vom Blitz getroffen. Etwas Ähnliches hatte ich noch nie zuvor gehört. Bis dahin war ich ich eingeschworener Beatles-Fan. Doch dann begann der Thron zu wackeln.

Led Zeppelin ist eine der wenigen Bands, die kein schlechtes Album herausbrachten, doch immer wieder überraschten. Kauft man sich eine andere Platte, dann klingt diese wieder völlig anders, als die anderen, die man bereits besitzt. Led zeppelin II ist sehr Blues-Rockig, auf Led Zeppelin III grüßt der Folk, auf “Hoses Of The Holy” beherrscht das Melotron die Stimmung, “Presence” ist fast Metal und auf “In Through The Out Door” könnte man schwören, Elvis spielt mit. Ähnlich, wie die Beatlöes, haben auch sie sich ständig verändert und weiterentwickelt. Das Aus kam auch hier, wie bei vielen anderen Bands, als ein Bandmitglied, der Schlagzeuger John Bonham, starb.

Led Zeppelin sind auch heute noch die vielleicht meistverehrte Band der Welt und es sprießen immer noch Bands hervor, die irgendwie nach Led Zeppelin klingen. Die Magie wirkt ungetrübt.

Whole Lotta Love (Remaster)
Led Zeppelin – Whole Lotta Love

What Is and What Should Never Be (Remaster)
Led Zeppelin – What Is and What Should Never Be

Heartbreaker (Remaster)
Led Zeppelin – Heartbreaker (2012 Remaster)

Bring It on Home (Remaster)
Led Zeppelin – Bring It on Home

Nachtrag…

Steve Vai vs Ralph Macchio Epic Guitar Battle