Radikaler Konstruktivismus

Kernthesen des Radikalen Konstruktivismus nach E. v. Glasersfeld.1
  • Menschliches Wissen ist eine menschlich Konstruktion.
  • Der Radikale Konstruktivismus verleugnet keineswegs eine äußere Realität. Er befaßt sich jedoch nur mit dem kognitiven Aspekt und nicht mit dem, was „in der Tat“ oder „tatsächlich“ vorhanden ist.
  • Es ist nicht vernünftig, etwas die Existenz zu bescheinigen, was nicht (irgendwann einmal) wahrgenommen werden kann (könnte).
  • Es gibt keine objektive Realität, Wahrheit, welche durch Erkenntnis erkannt werden könnte. Wissen kann nur viabel sein - d.h. in die Erlebnis- und Erfahrungswelt des Wissenden passen - nicht jedoch wahr sein.
  • Kein Wissen kann Einzigartigkeit beanspruchen. So viabel eine Problemlösung auch sein mag, sie darf nie als die einzig mögliche betrachtet werden.
  • Eine Theorie sollte immer auf sich selbst angewendet werden, d.h.: auch der Radikale Konstruktivismus kann nur eine mögliche/viable Antwort auf das Problem des Erkennens sein.
„Was wir „Wissen“ nennen repräsentiert keineswegs eine Welt, die jenseits unseres Erfahrungskontaktes mit ihr existiert. ... [„Wissen“ bezieht sich] auf die Art und Weise, wie wir unsere Erfahrungswelt organisieren.“(Glasersfeldt)