Offener Brief von LibreOffice an OpenOffice

Auf der Seite von LibreOffice findet sich ein offener Brief an ApacheOpenOffice.

Erst einmal kurz zu den Hintergründen:

Einst war die Heimat von OpenOffice bei StarDivision, ein deutsches Unternehmen, unter dem Namen “StarOffice”. Es sollte einerseits eine Alternative zu Microsoft Office sein, andererseits aber auch eine gute OfficeSuit für Linuxusers. 1998 wurde StarOffice veröffentlicht, kostenlos für Privatanwender. Im August 1999 wurde StarDivision von SunMicrosystems übernommen – und damit auch StarOffice. SunMicrosystems ist den meisten wahrscheinlich auch bekannt, da Sun der Erfinder von Java ist. Seit 2006 ist Java unter einer GPL Lizenz und damit für alle frei nutzbar.

Sun machte aus StarOffice zwei Versionen: Unter dem alten Namen “StarOffice” eine umfangreichere Version, die man kaufen konnte und dazu eine freie Version, mit weniger Funktionen, unter dem Namen “OpenOffice”.

SunMicrosystems hatte zwar die Rechte am Namen OpenOffice.org (OOo), veröffentlichte aber den Quellcode im Juli 2000 und ermöglichte jedem, der an der Weiterentwicklung eines kostenlosen Programms dabei sein wollte, daran Teil zu nehmen. Und so wurde OpenOffice.org zu einem Community-Projekt, für das SunMicrosystems die Plattform bereitstellte. Sun hatte den Vorteil, dass sie weiterhin “StarOffice” verkauften, also eine aufgepeppelte Version der freien Version.

Auch Java wurde nach ähnlichen Prinzipien weiterentwickelt.

Dies ist alles sehr vereinfacht, so nebenbei bemerkt.

OpenOffice.org, abgekürzt OOo war also seit 2000 ein OpenSource-Projekt, das von vielen Menschen auf freiwilliger Basis mit weiterentwickelt wurde, doch die Rechte für den Namen, hatte SunMicrosystems.

Oracle übernahm 2009 SunMicrosystems und damit auch die Rechte am Namen OpenOffice. Oracle wollte sich nicht so recht entscheiden, ob sie weiterhin, wie zuvor SunMicrosystems, die Wewiterentwicklung von OpenOffice unterstützten, bzw. ermöglichen wollten, oder nicht.

Doch OpenOffice.org war ja bereits OpenSource und so entschieden sich einige Entwickler, OpenOffice unabhängig von Oracle fort zu führen und nannten es LibreOffice. LibreOffice ist nach wie vor OpenSource, kann von jedermann kostenlos genutzt werden und ist der direkte Nachfolger, bzw. die Weiterentwicklung von OpenOffice.

Da Oracle nichts mehr mit OpenOffice.org zu tun haben wollte, aber wahrscheinlich doch noch etwas Geld roch, gab es, kurz nach der Gründung von LibreOffice, die Namensrechte an Apache weiter. Nun gehörte Apache der Name OpenOffice.org. Sie veröffentlichten daraufhin eine OpenOffice-Version unter dem Namen Apache OpenOffice (AOO) unter der Verwendung allerdings des alten Logos und alten Namens “OpenOffice”. Des weiteren änderten sie die Lizenz. OpenOffice ist nun keine freie Software mehr, keine OpenSource, sondern steht unter einer Apache-Lizenz.

Während nun die Macher von LibreOffice das ursprüngliche OpenOffice ständig weiterentwickelten, passierte bei Apache fast nichts. Es gab kaum Veränderungen an OpenOffice bei Apache – so dass das Office-Programm von Apache eigentlich völlig veraltet ist. Apache wollte auch nicht mit LibreOffice zusammenarbeiten.

Die Macher von LibreOffice wollten schon immer eine Wiedervereinigung beider Office-Lösungen erreichen, doch inzwischen hängt Apache mit der Entwicklung derart hinterher, dass dies eigentlich keinen Sinn mehr macht.

OpenOffice.org ist unter Apache zu einem Schrott verkommen, der den guten Namen in den Schmutz zieht, um es einfach auszudrücken.

Doch leider reden viele Leute immer noch von OpenOffice und installieren es sich als Microsoft-Alternative und bekommen nicht mit, dass es eine weitaus bessere Version und echte Alternative zu Microsoft Office gibt.

Ich schreibe alle Texte auf LibreOffice und verwende prinzipiell kein Microsoft Office, nur da, wo es verlangt wird. Microsoft Office ist etwas, das viele nutzen, doch keiner verstehts. Ich weiß das, weil ich häufig Menschen beim Formatieren von Word-Dokumenten helfe, oder helfen muss, um nicht das Gruseln zu bekommen. Word ist nicht mehr das, was es einmal war. Eigentlich ist es ein völlig benutzerunfreundlicher Schrott. Aber: Der Name machts. Viele nutzen es, statt dem wesentlich benutzerfreundlicheren und besseren LibreOffice. Es verwundert auch nicht: wenn sie als einzige Alternative OpenOffice kennen, haben sie schnell keine Lust mehr zu wechseln. Von Schrott zu Schrott… da bleibt man doch lieber beim Original.

Offener Brief an Apache OpenOffice

Gepostet in LibreOffice Von Mike Saunders Am 12. Oktober 2020 (Übersetzung: Christina Schieferdecker)

Heute ist es 20 Jahre her, seit der Quellcode für OpenOffice veröffentlicht wurde. Und heute sagen wir: LibreOffice ist die Zukunft von OpenOffice. Lasst uns alle zusammen hinter LibreOffice stehen!

Es ist großartig, ein reichhaltiges und vielfältiges Angebot an kostenlosen und Open-Source-Softwareprojekten zu haben. Hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben von der Auswahl und Anpassung profitiert, die sie mit sich bringen. Aber manchmal können Benutzer verlieren, wenn sie sich neuerer Alternativen nicht bewusst sind oder wenn eine Marke eine andere überschattet.

OpenOffice(.org) [= OOo] – das „Vaterprojekt“ von LibreOffice – war eine großartige Bürosuite und hat die Welt verändert. Es hat eine faszinierende Geschichte, aber seit 2014 hat Apache OpenOffice [AOO] (sein derzeitiges Zuhause) keine einzige Hauptversion mehr. Das ist richtig – in mehr als sechs Jahren sind keine wesentlichen neuen Funktionen oder größeren Updates eingetroffen. Es wurden nur sehr wenige kleinere Releases erstellt, und es gab auch Probleme mit zeitnahen Sicherheitsupdates.

In den letzten Jahren wurden fast alle Entwicklungsaktivitäten in LibreOffice mit 13 Hauptversionen und 87 Nebenversionen durchgeführt. Im Jahr 2019 hatte LibreOffice über 15.000 Code-Commits, während OpenOffice nur 595 hatte. LibreOffice verfügt über eine florierende Community, jährliche Konferenzen, professionelle Unterstützungsmöglichkeiten, Entwicklungs- und Migrationszertifizierung und ein robustes kommerzielles Ökosystem.

Darüber hinaus hat LibreOffice im Jahr 2020 viele für Endbenutzer wichtige Funktionen integriert:

  • Export in Microsoft Office OOXML-Formaten (.docx, .xlsx usw.)
  • ODF-, OOXML- und PDF-Signatur für mehr Sicherheit
  • Wesentliche Leistungsverbesserungen in Calc, der Tabelle
  • Eine neue NotebookBar-Benutzeroberfläche
  • …und vieles mehr

Dennoch wissen viele Benutzer nicht, dass LibreOffice vorhanden ist. Die Marke OpenOffice ist immer noch so stark, obwohl die Software seit über sechs Jahren keine bedeutende Version mehr hat und kaum entwickelt oder unterstützt wird.

Wenn Apache OpenOffice seinen alten 4.1-Zweig aus dem Jahr 2014 beibehalten möchte, ist dies für ältere Benutzer wichtig. Am verantwortungsvollsten ist es jedoch, 2020 neuen Benutzern zu helfen. Machen Sie sie darauf aufmerksam, dass es eine viel modernere, aktuellere, professionell unterstützte Suite gibt, die auf OpenOffice basiert und viele zusätzliche Funktionen bietet, die die Benutzer benötigen.

Wir appellieren an Apache OpenOffice, das Richtige zu tun. Unser Ziel sollte es sein, so vielen Menschen wie möglich leistungsstarke, aktuelle und gut gewartete Produktivitätswerkzeuge zur Verfügung zu stellen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten!

Unterzeichner:

Der Verwaltungsrat der Document Foundation

ApacheOpenOffice muss sterben

Es wird sich früher oder später eh so ergeben. Apache hat offenbar keine Lust, weiterhin an einer OpenSource-Lösung mitzuarbeiten und das eigene Office-Projekt wird vernachlässigt.

Früher war allen klar: LibreOffice ist OpenOffice. Deshalb galt das Wiki von OpenOffice automatisch auch für LibreOffice. Das gleiche galt für die Extensions. Brauchte man eine, konnte man die von OpenOffice verwenden.

Wenn aber nun beide Distributionen immer weiter auseinanderdriften, benötigen wir zwei unabhängige Wikis, unabhängige Extensions, usw. Doppelter Aufwand für … was eigentlich? Genau genommen wird Apache, wenn es sein Office aktualisieren möchte, den Aufwand haben, denn die bisherigen OpenOffice-Extensions werden sicherlich vor allem für LibreOffice weiterentwickelt. OpenOffice verkommt mehr und mehr zu mittelalterlichem Schrott, den man irgendwann nur noch in eine Oldtimerausstellung verfrachten kann – oder für die ewigen Windows 7-Benutzer empfiehlt.

OpenOffice wird immer mehr in Verruf kommen. Microsoft freut es natürlich.

Deshalb: gebt endlich den Namen an die LibreOffice Foundation, bzw. die Document Foundation weiter! Apache braucht kein eigenes Office-Paket – schon gar nicht, wenn es kein Geld in die Entwicklung stecken möchte. Nennt euer Produkt ApacheOffice, macht ein anderes Logo drauf, aber lasst den guten Namen von OpenOffice.org nicht derart verkommen.

“How dare you!” würde Greta sagen.

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