Reichenföderung und Lohndumping dank Klimakrise

„Ein Wasserstoffauto verschlingt drei Mal mehr Energie als ein Elektroauto mit Batterie, ist also für die meisten Anwendungszwecke ökologisch und ökonomisch unsinnig.“

So die Wirtschaftswoche vom 24.09.20191.

„Herbert Diess hingegen kritisierte auf der IAA weiterhin: Werde Wasserstoff getankt, der bei Produktionsprozessen als chemisches Abfallprodukt entstanden sei, dann sei dieser Wasserstoff ‚nicht CO2-frei‘ und habe ‚zum Teil eine höhere CO2-Last als konventionelle Kraftstoffe‘ wie Benzin oder Diesel, so der VW-Chef. Wenn man dagegen den Wasserstoff regenerativ produziere, dann sei man auf eine ‚sehr ineffiziente‘ Herstellungsmethode angewiesen, die viel Strom verbrauche. Für die gleiche gefahrene Strecke brauche man deshalb ‚drei Mal so viele Windmühlen‘, also drei Mal so viel regenerativ erzeugten Strom.“ So die Wirtschaftswoche vom 20.09.20192.

Dennoch haben nach ihren Angaben, Autohersteller und Co. Für völlig unsinnige Projekte insgesamt mindestens 37,5 Millarden Euro bekommen, Geld, das man hätte genausogut mit Hilfe von Wasserstoff gleich vor dem Bundestag hätte verbrennen können.

Die Wirtschaftsdwoche zählt dabei folgende Ausgaben auf:

  • 10 Milliarden (BMW)
  • 1,5 Millarden (Linde)
  • 6,5 Milliarden (VW) für japanische und amerikanische Autos
  • 10 Milliarden (Mercedes-Benz Fuel Cell)
  • 0,5 Milliarden (Toyota)
  • 9 Milliarden (Bosch)

Zum Vergleich: Hartz4:

Die Welt schreibt3 am 22.11.2018: „Hartz-IV-Ausgaben sind 2018 höher als erwartet“ und zwar um lumpige 250 Millionen Euro. Ein derart geringer Betrag, da würde VW nicht mal husten.

Auf HartzIV.org lesen wir dazu: Die Kosten für Hartz4 wären auf schlappe 27,8 Milliarden Euro angestiegen. Vergleich man dies, mit den Subventionen der Autobauer, die diese für eine unsinnige Technik erhielten, so ist der Betrag lächerlich gering, etwa 1/3 kleiner.

Und noch besser: Man hätte locker Hartz4 verdoppeln können und alle unerwarteten Mehrausgaben abdecken können, würde man nicht die Autobauer für von vorne herein unsinnige Projekte subventionieren.

Doch es wird noch besser!

Noch mehr Förderung – und Lohndumping!

„Die Regierung will mit Wasserstoffautos die Verkehrswende schaffen – und dazu die fragwürdige Subventionierung der hoch profitablen Branche sogar forcieren. Dabei stecken die Autobauer das viele Geld in zweifelhafte Projekte.“ Ebenfalls aus der Wirtschaftswoche vom 20.09.20194.

Unter anderem schreiben sie weiter:
„Auf der IAA stellte der Münchner Autobauer nämlich den „BMW i Hydrogen Next“ vor. Dabei handelt es sich um einen auf Wasserstoffantrieb umgerüsteten BMW X5, ein SUV“ Super: SUVs für die Oberklasse, für die Millionäre unter uns, dafür wird gerne Geld und Subventionen ausgegeben. Auch wenn er mit Wasserstoff angetrieben wird, verbraucht ein SUV mehr Energie und damit mehr Kohlendioxid, logischerweise. Zudem kann eine Umstellung auf umweltfreundlichen Autos nur gelingen, wenn diese günstig sind und sie sich jeder leisten kann. Eigentlich auch logisch.

„Bis 2022 nimmt die VW-Tochter sechs Milliarden Euro für ihr neues Top-Thema in die Hand, hat dafür 1500 neue Mitarbeiter eingestellt, ihr Werk am Stammsitz in Zuffenhausen umgebaut. Dafür verzichtete die Belegschaft sogar auf Geld, damit die Produktion des Taycan dort angesiedelt wird und nicht anderswo, wo es billiger gewesen wäre und mehr Platz gegeben hätte“

Also, Löhne werden gesenkt, die Mitarbeiter erpresst, um ein Auto zu bauen, das neu etwa 150.000 Euro kostet. Die Arbeiter verzichten auf Geld, damit die reichen ein günstiges Auto bekommen. Würde man den Arbeitern gerechte Löhne zahlen, dann wäre das Auto für Millionäre 10.000 Euro teurer, was man denen nicht zumuten möchte, einfach ausgedrückt.

Happy Energiewende!

„Die nächsten Neuheiten sind mit dem Taycan Cross Tourismo als aufgebocktem Kombi und dem elektrischen Macan schon angekündigt.“ „Bis zu 761 PS“5 – Wer bitte braucht so etwas????

Ach ja, die Reichen und Superreichen, die übrigens immer mehr werden, nach wie vor.

Doch zurück zum Wasserstoff:

Hamburg (SPD) will auch Subventionen

Hamburg will weltgrößte Wasserstoff-Elektrolyse im Hafen bauen

Und wer zahlts? Die Steuerztahler. Und wer noch? Die Hartz4-Empfänger, denn für mehr Hartz4 bleibt dann eben kein Geld, weil wir unsinnige Projekte subventionieren müssen, von denen wir wissen: Es klappt nicht!

Mal ein Blick nach Japan, wo man Wasserstoff irrsinnig subventioniert:

Die Welt schreibt6: „28.000 Euro Kaufprämie – Japan setzt auf das Wasserstoffauto“

Super. Und die Armen in Japan? Aber lassen wir das.

Was bringts?

„Das Modell „Mirai“ ist ein großer Reinfall, gemessen an dem, was der japanische Autobauer Toyota sonst gewöhnt ist.“

„Der Mirai kostet dort umgerechnet 56.800 Euro, deutlich weniger als etwa in Deutschland. Zudem hilft der Staat nach Kräften nach. Die Zentralregierung gibt 16.600 Euro Zuschuss, zudem können etwa die Bürger der Großstadt Yokohama gleich zwei weitere Geldtöpfe anzapfen: den der Stadtverwaltung und den der Präfektur Kanagawa, zu der Yokohama gehört. Macht insgesamt eine Kaufprämie von 27.800 Euro. Das heißt, der Steuerzahler finanziert die Hälfte des Kaufpreises – Industriepolitik mit der Brechstange.“

Die zitierten Zeitungen sind ja nicht gerade linke Kampfblätter, so nebenbei. Aber wenn auch die das irgendwie skeptisch sehen, sollten nicht dann wir „Normalos“ uns auch mal Gedanken machen, was hier läuft?

Offiziell hat man kein Geld für höhere Mindestlöhne, bekommt aber zig Milliarden Subventionen vom Staat und baut Autos für Reiche. Subventionen und Verzicht auf höhere Löhnen sind dafür da, damit die Autos für die Reichen nicht zu teuer werden. Egal, ob in Deutschland oder Japan. Es ist ein weltweites Problem. Die sogenannte „Klimawende“ wird genutzt, damit die reichen neue Spielzeuge bekommen.

Und wir?

Man beklagt sich über 250 Millionen Mehrausgaben für Hartz4, fördert aber Antriebe, die unsinnig sind und Autos für Reiche mit zig Milliarden.

Das ist pervers.

Je mehr man die AfD mit den Nazis vergleicht, je mehr werden sie wahrscheinlich gewählt. Diese wollten nämlich allen ein Auto ermöglichen (der Vorgänger des Käfers) und ein Radio. Jeder sollte teilnehmen. Bei den Nazis. Das ist beschämend, wenn man sagen muss, dass man sich zwischen 33 und 45 mehr den Anschein gegeben hat, etwas für alle zu tun, als heute.

Heute hat man kein Problem, die Reichen zu hofieren, für sie Gelder rauszuwerfen und die anderen dürfen dafür arbeiten – für geringe Löhne.

How dare you? , wie Greta Thunberg sagen würde.

Shame on you!

Wer solls ändern?

Die Grünen, die in Baden-Württemberg gerade mal ein Windrad in ihrer Regierungszeit bauten, mit Daimler und VW kuschen (von denen auch Parteispenden direkt oder indirekt bekommen) und Lehrer immer zum Ende des Schuljahres entlassen und zu Beginn wieder einstellen?

Oder die SPD, die die Gewerkschaften und den sozialen Gedanken verraten hat und hinter Hartz4 steht, sowie Parteispenden direkt oder indirekt von den Automobilherstellern bekommen und manche Mitglieder auch bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft tätig sind?

Die CDU, die, mit der FDP und AfD, fast schon ein Tochterunternehmen der Neuen Sozialen Marktwirtschaft ist/sind, stets im Sinne der Reichen entscheidet/n, für unendliches Wachstum und Umweltzerstörung stehen und ganz ganz ganz viel Parteispenden direkt oder indirekt von Automobilkonzernen bekommen?

Oder DIE LINKEN, deren E-Mobilitätskonzept… äh, welches Konzept? Unsere Anfrage bei den Linken wurde in etwa so beantwortet: „Mir sind günstige Wohnungen wichtiger, als der Umstand, ob sie ein Elektroauto laden können“. Angefragt war, was DIE LINKE dafür tut, dass sich auch Menschen, die in einem Wohnblock leben (mit mehreren Einheiten) einmal ein Elektroauto leisten und es tanken können (zu Hause).

So long, Klima ade. Sozialstaat ade.

Vielleicht wäre eine Fridays-For-Future-Party nicht schlecht? Zumindest haben Greta Thunberg und die meisten Kids mit ihr mehr Ahnung, als die “Alten” in Berlin. Manchmal muss das Alte eben sterben. Die Dinosaurier starben. Da wars übrigens auch das Klima.

Reinhard Mey - Das Narrenschiff HD

Das Narrenschiff (Reinhard Mey)

Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine
Und Rollen und Stampfen und schwere See
Die Bordkapelle spielt: Humbatätärä
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken


Am Horizont Wetterleuchten – die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfallspinsel
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei
Auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon
Bordellkönig, Spielautomatenbaron
Im hellen Licht, niemand muss sich im Dunklen rumdrücken
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken


Man hat sich glattgemacht, man hat sich arrangiert
All die hohen Ideale sind havariert
Und der grosse Rebell, der nicht müd wurde zu Streiten
Mutiert zu einem servilen, giftigen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr! Es ändern sich die Zeiten
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm
Gekauft, narkotisiert und flügellahm
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen
Und eitle Greise präsentieren sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken


Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier
er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht
Sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden
Es ist als hätten alle den Verstand verloren
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden

Der Steuermann lügt…
lalalalala…
Der Steuermann lügt…

Quellenangaben

1 https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/wasserstoffautos-millionen-subventionen-fuer-fragwuerdige-wasserstoff-projekte-der-autobauer/25045780.html

2https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/nach-deutlicher-kritik-von-vw-chef-diess-wie-politiker-und-andere-autohersteller-zum-wasserstoff-antrieb-stehen/25024184.html

3https://www.welt.de/politik/deutschland/article184322808/Hartz-IV-Ausgaben-sind-2018-hoeher-als-erwartet.html

4https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/nach-deutlicher-kritik-von-vw-chef-diess-wie-politiker-und-andere-autohersteller-zum-wasserstoff-antrieb-stehen/25024184.html

5https://www.spiegel.de/auto/aktuell/porsche-taycan-premiere-fuer-das-erste-elektroauto-aus-zuffenhausen-a-1285239.html

6https://www.welt.de/wirtschaft/article190734171/Japan-Regierung-und-Toyota-setzen-auf-Wasserstoffautos.html