Warum man Skripte blockieren sollte

Das Titelbild dieses Artikels soll das ein wenig veranschaulichen. Es ist die Webseite des Spiegel, ich hätte auch eine andere Zeitung nehmen können. Es ist mir wichtig, eine Seite zu zeigen, der man normalerweise vertraut, denn bei den “schlimmen” Websites siehts noch schlimmer aus, einfach ausgedrückt.

Was sieht man auf dem Bild? Ich habe NoScript in Firefox aktiviert und einen Werbeblocker. Öffnet man NoScript, so sieht man alle blockierten Scripte, die normalerweise im Hintergrund laufen würden. Viele sind harmlos, viele aber auch nicht.

Egal, ob harmlos oder nicht: Wenn wir auf einer Website sind, so sind wir nicht NUR auf dieser Website, sonder gleichzeitig noch wo anders im Netz. Letztlich ist eine Website nur eine virtuelle Form, also etwas scheinbar Existentes, aufgebaut aus verschiedenen Informationsquellen, was uns als eine Seite erscheint. Adsystems platzieren irgendwelche Infos auf der Seite, oft Bilder, aber wir haben auch Analyse-Werkzeuge und Google-Ad-system und vieles mehr.

So gibt z.B. das Facebook-Plugin der Website Informationen an Facebook weiter, auf welcher Seite ich mich gerade befinde. Möchte ich das?

Das Google-Ad-System sammelt Infos über mich, um sie an andere Apps und Plugins weiter zu geben.

Analyse-Tools analysieren alles, meine IP-Adresse, wie lange ich auf der Seite war, etc. Zusätzlich werden verschiedene Cookies gesetzt, um m ich zu erkennen, wenn ich wieder auf die Seite komme, oder um zu erkennen, auf welchen Seiten ich zuvor war.

Da gleichzeitig meine IP-Adresse erfasst wird, also man genau bestimmen kann, wer ich bin (erst recht mit den Informationen der Cookies), kann man somit ein genaues Profil von mir, meinen Interessen etc. anlegen.

Will ich das?

Viele Webseiten bitten uns inzwischen Cookies zu akzeptieren, aber DAS SOLLTE NIEMAND TUN! Diese Seiten funktionieren auch ohne Cookies, und wenn sie diese benötigen, dann sollte man diese Seiten nicht besuchen.

Ein positives Beispiel ist die Seite der Tagesschau.

Besucht man die Seite der BBC mit deaktivierten Scripts, so sieht sie so aus:

Man kann dennoch auf alle Artikel klicken und sie lesen, wie auch beim Spiegel, dem Eingangsbeispiel. Einen schönen Artikel zur BBC-Seite und der verwendeten Skripte findet man hier (Titel: “How The Internet Knows Everything About You”), auch wenn er schon etwas veraltet ist und heute andere Skripte verwendet werden, bringt er vielleicht doch noch manche Erleuchtung mit.

Interessant auch dieser Artikel auf Chip.de, den man übrigens nur lesen kann, wenn man Werbung akzeptiert. Geht übrigens so (falls ihr einen Werbeblocker installiert habt): Stimmt zu, das Video anzusehen, dann schließt ihr es (bei mir erscheint dann nur ein leeres Fenster) und schön könnt ihr ohne Werbung den Text lesen.

Der erste Tipp von Chip.de, der alle freuen dürfte: Verwendet weder Windows noch IOS! 🙂 Mein Tipp: Dualboot. Das geht ganz einfach: Man installiert Linux (Chip-Empfehlung: Ubuntu oder LinuxMint, was eigentlich das Gleiche ist) NEBEN Windows und kann dann beim Hochfahren wählen, welches Betriebssystem man möchte. Ubuntu/LinuxMint fragen euch beim Installieren, ob ihr Windows löschen wollt, oder NEBEN Windows installieren wollt (was meist auch schon standardmäßig ausgewählt ist). Also eigentlich Null Problemo, Windows behalten und dennoch mit LinuxMint/Ubuntu surfen, aber leider sind die meisten zu naiv dazu, es zu installieren.

Und als Browser sollte man Firefox verwenden, nicht Chrome oder den Internetexplorer, bzw. Edge.

Nochmals zurück zum Anfangsbild. Warum machen die das? Warum möchte euch der Spiegel und eigentlich alle Infoseiten im Netz ausspionieren?

Für Zeitungen ist es wichtig zu wissen, welche Artikel wie gut ankommen und bei wem, damit sie so Werbeblöcke verkaufen können, speziell zugeschnitten auf euch, bzw. auf die Menschen, die die entsprechenden Seiten besuchen. wenn manche Artikel öfter aufgerufen werden, dann werden mehr ähnliche Artikel erstellt, damit noch mehr Leute auf die Seite gehen und sie noch mehr Werbung verkaufen können. Artikel, die niemand liest, bringen kein Geld. So einfach ist das. Es ist also durchaus verständlich, da ja Zeitungen auch von etwas leben müssen, und das sind nun mal vor allem die Werbeeinnahmen, dass sie möglichst viel davon verkaufen möchten und möglichst attraktiv für Werbetreibende sein wollen.

Das ist der Fluch des digitalen Zeitalters. Würden wir weiterhin Print-Medien lesen, wäre eine individualisierte Werbung nicht möglich und auch nicht nötig. Zudem würde die Zeitung auch noch über den Kaufpreis Geld verdienen. So jedoch, gibts die Texte kostenlos, dafür aber müssen wir unser Leben für sie geben, alle Infos über uns und uns überwachen lassen. Eine Lösung ist also auch: Die Zeitung gedruckt zu kaufen! Oder wir lassen uns nicht ausspionieren und für die Zeitung wird es schwieriger Werbung zu verkaufen. Würden alle Zeitungen auf diese Spionage verzichten, wärs wieder egal, aber so verkauft leider der beste Spion die beste Werbung und der Ehrliche bleibt auf der Strecke.

Doch es muss nicht so schlimm sein. Ein Vergleich mit eher “linken Tageszeitungen zeigt, es geht auch mit weniger Skripten. Vielleicht einfach LINKS werden? Und wen interessiert schon Bild????