Was ist Faschismus? Ein Gastbeitrag von Joseph Goebbels

Vorwort

So viele reden über Faschismus, doch was steckt dahinter?

Auch ich habe viel darüber geschrieben, unter anderem über die Wiederverwendung von Sternen für Minderheiten und über die Rolle der AntiFa. Doch stimmen die Vergleiche?

Goebbels spricht davon, dass man das Volk hinter sich haben muss, er spricht vom sozialen Gedanken, von Verantwortung und der Wichtigkeit, Dinge offen auszusprechen. Diese Ideale hören sich alle schön an und ich denke sie waren es auch, die die Faszination des Nationalsozialismus und des Faschismus ausmachten. Es war dieser “Wir schaffen das!”-Gedanke, die Gemeinsamkeit, aber auch die Möglichkeiten des sozialen Miteinanders, die entstanden.

Dass es dann aber doch zu einem Zwang wurde an dieser schönen Welt teilzunehmen und es ein Zwang wurde, das alles gut zu finden, war wohl die damit einhergehende negative Seite. Das Totalitäre war das eigentlich Böse am Faschismus und Nationalsozialismus. Er wollte total sein und wer da nicht mitmachte oder nicht dazu passte, wurde umgebracht – oder zumindest “ausgesondert”.

Die, die nicht dazu passten, das waren die Asozialen und die Entarteten, diejenigen, die einen gefährlichen Virus im Volk verbreiteten, den Virus der Freiheit des Einzelnen.

Auch heute wieder erleben wir, wie hinter der Maske des Schönen und Notwendigen die Freiheit des Einzelnen leiden muss. Auch heute wieder sind wir antiliberal und die Presse hat die Aufgabe, uns diese Notwendigkeit des Gehorsams einzuimpfen. Ein Ausscheren wird nicht geduldet.

Das eigentlich faschistoide, das, was den Faschismus wirklich schlimm macht, ist diese neue Sekte, wie Goebbels sie selbst nannte. Auch die erkennen wir heute wieder. Das “Volk” ist durchdrungen von einem Glauben an Gehorsam und die Notwendigkeit zu tun, was die Obrigkeit will. Abweichler werden massiv bekämpft und gehasst. Sie werden mit typischen Propagandamitteln diffamiert.

Eigentlich sollten wir es alle wissen, eigentlich sollte es zur Aufklärung an Schulen gehören, dass wir den Faschismus erkennen, wenn er uns begegnet. Tun wir aber nicht. Wir redeten immer nur vom Holocaust, aber fast nie vom Problem des Totalitären, das den Holocaust erst bedingte.

Wehret den Anfängen!

Principiis obsta; sero medicina paratur,
Cum mala per longas convaluere moras.
Sed propera, nec te venturas differ in horas;
Qui non est hodie, cras minus aptus erit:
Verba dat omnis amor, reperitque alimenta morando;
Optima vindictae proxima quaeque dies.
Flumina pauca vides de magnis fontibus orta:
Plurima collectis multiplicantur aquis.
Si cito sensisses, quantum peccare parares,
Non tegeres vultus cortice, Myrrha, tuos.
Vidi ego, quod fuerat primo sanabile, vulnus
Dilatum longae damna tulisse morae.
(OVID)1

Auch wenn es bei Ovid um die Liebe ging, auch die Liebe zu einer Idee kann zu spät als solche erkannt werden und zum Verhängnis werden. Und genau deshalb, um sich vor scheinbar wunderschönen Ideen zu schützen, um sich nicht in sie zu verlieben, muss man wissen, welche dunklen Ideen hinter manch hellem Lichte stecken um sie zu erkennen.

Joseph Goebbels erklärt sie uns, gut und verständlich.

Ich habe seinen Text etwas gekürzt, das original-PDF findet ihr unten, zum Nachlesen oder downloaden.

Der Faschismus und seine praktischen Ergebnisse

Von Dr. Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda

[Persönlichkeit und liberaler Gedanke]

[…] Der Faschismus ist seinem Wesen nach antiliberal, und zwar nicht nur in der Wirkung, sondern auch im geistigen Prinzip. Er hat praktisch jene liberale Welt überwunden, in der der Mensch nur als Mensch, nur als Nummer gemessen wurde, nicht aber als Persönlichkeit. Der Faschismus hat zum ersten Male den üblichen exorbitanten Massenwahn ersetzt durch das Prinzip einer neuen Persönlichkeitsführung des Staates, der Wirtschaft und der Industrie. Selbstverständlich ist, daß bei so ausgesprochener Betonung der Persönlichkeitsidee, ein Äquivalent dem Volke gegenüber geschaffen werden mußte. Dies erhielt seine organisatorische Gestaltung im faschistischen System der Korporationen2. Auf der einen Seite ein klar ausgeprägter, bis zur letzten Konsequenz durchdachter Persönlichkeitsgedanke, auf der anderen jene Korporationsidee3, die alle schaffenden Menschen in einer nationalen Schicksalsgemeinschaft umschließt.

[Frieden, Pazifismus und Aufrichtigkeit]

Der Faschismus ist aber nicht nur antiliberal, er ist auch antipazifistisch; und hier erleben wir sein erstes Rätsel, indem er antipazifistisch ist und trotzdem aber den Frieden bewahrt.

Wie erklärt sich das? Der Pazifismus ist seiner Natur nach eine radikal-demokratische Idee. Er wird auch in der Praxis betrieben, doch immer nur von Exponenten der liberalen Demokratie, von Parteikapitänen, meist Vertretern von Interessengruppen, Gewerkschaftssekretären und Syndizi, vielfach auch Advokaten und Anwälten. Es ist natürlich, wenn diese Menschen, ohne daß sie es zu wollen brauchen, den Versuch machen, die Methoden und Mittel ihres eigenen Berufs auf die Tatsachenwelt der Politik zu übertragen. Hier eigentlich liegt der Kernpunkt des Verfalls der liberalen Welt, denn ihre Parteien waren ja nichts anderes als Interessengruppen, und mußten deshalb auch entsprechend ihrem interessenmäßig gelagerten Charakter jene Fragen nationaler Politik unter dem Blickwinkel des ihnen aufgegebenen Interesses betrachten. Der Advokat ist allzuleicht versucht, die Methoden des Gerichtssaales auf die Parlamentstribünen hinaufzutragen. Es ist nun einmal so, daß es hier keinen ehrlichen Haß und keine ehrliche Liebe geben kann. Zwar streitet man sich vor den Augen des Publikums, aber man führt Diadochenkämpfe4 auf. Kämpfe, die keine Kämpfe mehr waren, und führte Weltanschauungen ins Feld, die man gar nicht so meinte, wie man sie aussprach. Man stritt sich über Probleme, die hinter den Kulissen gar keine Probleme mehr waren, und draußen in den Wandelhallen ging man wieder Arm in Arm und war ein Herz und eine Seele.

Es ist klar, daß Menschen solcher Art kein Empfinden haben für das Maß von Demut und Ehrfurcht, das ein Mensch seinem Volk gegenüber besitzen muß, der wirklich aus ihm emporstieg. Auch im Volke sehen sie nur eine Interessengemeinschaft und schätzen es darum ein, wie sie andere Phänomene ihres Interesses zu bewerten pflegen.

Niemals hat Europa soviel erlebt und gesehen wie in jener Zeit, als die Advokaten es regierten; vor allem deshalb auch, weil diese den Krieg nie mitmachen, sondern ihn immer klugerweise von anderen führen lassen. Um dieses schändliche Handwerk vor dem betrogenen Volk zu verbergen und zu verstecken, erfand man das, was wir Pazifismus nennen. In den Salons leistete man sich den Luxus der Humanität, sonst aber war man, wie Mussolini einmal sagte, ein reißender Wolf in Frack und Zylinder.

Dagegen hatte der Faschismus den Krieg eröffnet. Er nannte die Dinge beim Namen mit erbarmungsloser Grausamkeit. Er verwarf den Krieg nicht an sich; aber er wagt ihn nur, wenn er das letzte, allerletzte Mittel ist, den Bestand seines Volkes zu sichern.

Ich bin der Überzeugung, daß Europa, wenn es national gegliedert ist, viel besser den Frieden zu hüten vermag als dies Europa liberalen Geistes. Nationalisten verstehen sich immer besser als liberale Demokraten. Nationalisten stehen auf gleichem weltanschaulichen Boden. Sie verfechten nicht nur die Ehre ihres eigenen Volkes, sie respektieren auch die Ehre eines anderen. […].

[Humanität und Verantwortung]

Das dritte Prinzip, das der Faschismus verfocht, war der Kampf gegen die Anonymität. Die liberale Demokratie gibt niemals ihren Namen her für ihre Sache. Am liebsten möchte sie unerkannt bleiben, und ihre wirklichen Regenten stehen ja auch nicht im grellen Rampenlicht des öffentlichen Lebens, sondern pflegen sich zumeist hinter den Kulissen aufzuhalten. Sie sind heute demokratische Partei, morgen Staatspartei und übermorgen sind sie angeblich überhaupt nicht mehr vorhanden.

[…] An die Stelle dieser Auffassung setzte Mussolini das Prinzip der vollen Verantwortlichkeit. Er übernahm für sich und seine Partei die Macht, aber nicht, um sich bei ihrem Vollzuge der Verantwortung zu entziehen, sondern um sie offen vor der eigenen Nation und der gesamten Welt feierlich auf seine Schultern zu legen. Das bedingte den Kampf gegen jene falsche Art von Humanität, die wir alle in der liberal- demokratischen Geisteswelt zur Genüge kennen lernten. Man ist human gegen den Schwachen, human gegen jedes Kranke und wird damit inhuman gegen die Stärke und jede Gesundheit. Man ist human gegen den Einzelmenschen, um inhuman zu werden gegen die Nation. Man predigt eine falsche, gleisnerische Menschlichkeit und eine aus lügnerischen Einstellungen heraus entstandene Haltung der Gesellschaft gegenüber, ohne dabei die Humanität zu besitzen, die Fehler auch an sich zu überwinden.

Mussolini hat das getan. […]. Mit Stumpf und Stiel hat man das falsche Humanitätsideal der liberalen Demokratie vernichtet und ersetzt durch einen männlichen Heroismus […]. Vor allem aber seinen besten Teil: die faschistische Jugend.

[Die Rolle der Jugend]

Man erkennt diese Jugend nicht wieder, so etwas Stolzes, Trotziges und in sich Ruhendes, so etwas Kühnes und Verwegenes sah man niemals in den Gesichtern von Menschen südlicher Länder. Das ist das Werk Mussolinis: ein Heroismus, der groß, tapfer und hochgemut ist, der sich zum Opfer an die Nation hindrängt, im Dienst am Volk das Höchste und Erstrebenswerteste eines Mannes erblickt und der deshalb auch die Kraft und den Mut hat, auf materielle Vorteile zu verzichten. Es ist ganz natürlich, daß diese Jugend heute auch das politische Gesicht des jungen Italien abgibt.

Vielleicht war es das größte Verhängnis Europas 1914, daß die Nationen von Greisen regiert wurden […]. Es war das Beleidigendste und Aufreizendste für eine Jugend, die aus den Schützengräben heimkehrte, daß sich trotz des Fegefeuers, das hinter ihr lag, an der politischen Gestaltung ihrer Völker nichts geändert haben sollte. Niemand darf es wundernehmen, […] daß der Anfang der faschistischen Bewegung eine Sache der Frontkämpfer war, daß er sich auf diesen Frontgeist auch berief und ihn zum propagandistischen Pathos seiner jungen Bewegung machte. Er führte die Jugend an die Front, von der er wußte, sie werde das, was ihr an Routine und Technik des Regierens fehlte, auf schnellstem Wege dazulernen. Doch was sie mitbringt, kann man nicht erlernen: den Mut, etwas zu wagen und ganze Sache zu machen, Politik auf weite Sicht zu treiben, ohne von der Angst gequält zu sein, man würde die Erfolge nicht mehr selbst erleben können, das auch ist das Wertvollste dieser jugendlichen Staatsführung, daß sie nicht ein Leben hinter sich, sondern vor sich hat, daß sie die Furcht vor dem Tode verlernt, um wieder Ehrfurcht vor ihm zu bekommen, daß sie die Dinge so sieht, wie sie sind, ohne Sentimentalität ohne falsches Pathos und ohne lebensferne Romantik. Sie ersetzt das alles durch eine neue Art des Denkens, eine Art von stählerner, eiserner, männlicher, heroischer Romantik, die dieses Jahrhundert erfüllen soll; dieses jugendlich faschistische Italien ist bis zum Bersten angefüllt mit schöpferischer Kraft. Es hat noch den Mut, Probleme anzupacken, selbst wenn sie unlösbar erscheinen, sie trotzdem und gerade deshalb in die Hand zu nehmen. […]

[Der Kontakt zum Volk]

Der Faschismus ist von der Idee eines Einzelmenschen zum Glauben einer Partei geworden, und der Glaube dieser Partei wurde die […] Weltanschauung eines Volkes, die Zukunftshoffnung einer ganzen Nation.

[…] Mussolini ist mehr als Cäsar, mehr als ein Parteiführer. […] Ein Mann aber, der aus dem Volk hervorsteigt, der auf das Vertrauen und die Gefolgschaft dieses Volkes angewiesen ist, bedarf noch eines Dritten: der unmittelbaren Kontaktsetzung mit dem Volke. […] „Der Duce hat immer recht“, das gibt eine so gewaltige Unsumme von Vertrauen, von Hingabebereitschaft, und ist damit auch ein so unleugbares nationales Kapital, mit dem man praktische Realpolitik betreiben kann […]. Er ist der Mann der Arbeiter und der Mann der Bauern und versteht das Volk und ist deshalb am liebsten im Volke und weiß auch, daß es sich nicht darum handelt, nur mit dem Volke die Macht zu erobern, sondern daß es, was noch mehr bedeutet, darum geht, die Macht im Volke zu verankern. […]

Sein Werk ist die faschistische Partei, und er ist Mittelpunkt dieses faschistischen Italiens. […] Aber er begann von unten und arbeitete von der Wurzel, nicht von der Krone aus, denn er wußte, aus der Wurzel stoße ich in die Krone empor, niemals aber von der Krone in die Wurzel hinunter. […] Diese Organisation kann nicht dazu geschaffen sein, mit anderen Parteien zu paktieren, noch andere Götter neben sich zu dulden. Diese Partei riskiert alles. Entweder verliert sie, dann verliert sie alles, oder sie gewinnt, dann gewinnt sie aber auch alles. Deshalb hat er in schweren, immer sich wiederholenden Schlägen die anderen zu Boden geschmettert. Man kann sich heute in Italien gar nicht vorstellen, daß es einmal andere Parteien gegeben hat, die Sozialdemokraten, Anarchisten, Kommunisten oder Populari. Das alles gehört längst der Vergangenheit an.

[Die Funktion der Partei]

[…] Ein Volk bedarf des tragenden Gerüstes. […] Es kann […] eine Partei sein, aber es muß im Volke immer eine Minderheit geben, die die Richtung weist. Das war im alten Rom der Adel, das war in Preußen die Armee, das ist im faschistischen Italien die faschistische Partei und im nationalsozialistischen Deutschland die nationalsozialistische Bewegung. Das Gerippe aber darf nicht neben dem Staat, es muß in ihm stehen. Der Staat muß um dieses Gerippe herumgebaut werden, denn verliert er es einmal, so sinkt er in sich selbst zusammen.

Das große Problem des faschistischen Werdens bestand deshalb darin, den Faschismus als Funktion in den Staat einzubauen. Diese politische Organisation […] muß sich mit ihm verschmelzen und sich selbst die Überzeugung einimpfen, daß sie eigentlich der Staat ist […], so daß man heute nach einer zehnjährigen Entwicklung getrost davon sprechen kann, daß Faschismus und Staat eigentlich dasselbe ist. Damit war auch die Verbindung zum Volke geschaffen. […] Nur dann wird ein Regime von Bestand sein, wenn es seine Rückendeckung im Volke selbst findet. Und nur dann wird es dies können, wenn es eben die Politik des Volkes betreibt.

Das bedeutet: der Faschismus ist, wie der Nationalsozialismus, das stolze Vorrecht einer Minderheit. Diese Minderheit aber stellt nicht eine dünne Oberschicht dar, die, in der Hauptstadt sitzend, das Geschick des Staates bestimmt, sondern diese Oberschicht ist hierarchisch in das ganze Volk hineingebaut. Der erste bildet die Spitze. Die Spitze verdickt sich nach unten und gibt das ganze innere Gerippe des italienischen Staates und Volksgefüges ab. […]

[Die Bedeutung der Revolution]

Was wir 1918 erlebten, das war Revolte. Was wir heute erleben, ist Revolution. […] Revolutionen bleiben traditionsgebunden, sie haben konservativen Charakter, sie zerstören nichts, um zu zerstören, sie zerstören nur das, was vernichtet werden muß, damit das Junge Platz zum Leben hat. […] Das Große ist, daß sie sich selbst schon ihre Traditionen bildet aus ihrer eigenen geschichtlichen Vergangenheit. […] Das Regime beschützt sich selbst ohne Polizei, ohne Machtmittel; die Kraft des Volkes ist auch der Schutz des faschistischen Regimes. Diese Sekte5 ist in der Tat zur Masse und von der Masse zum Volk, vom Volk zur Nation emporgestiegen, so daß man heute von Italien nur sprechen kann, wenn man dabei den Faschismus und die große Persönlichkeit seines Führers meint.

[…] Die ganze Nation ist umgeformt und anders gegliedert worden, die breite Masse und ihr Führer sind von einer unbändigen Schöpferlust erfüllt, vom demWillen beseelt, sich mit Problemen abzuringen. […] Routine und Technik sind Dinge, die ein jeder, der über gesunden Menschenverstand verfügt, sich aneignen kann. Was nicht erlernbar ist, ist der Geist, der die Dinge erfüllt, der Impuls, der über ihnen steht. […]

[Neuer Aufbau und die Rolle der Presse]

So bequem macht es uns das Schicksal nicht. Wir müssen schon selbst denken, selbst die Gesetzlichkeit des neuen Staates mit der Arteigenheit des deutschen Volkes in Einklang zu bringen versuchen. Was imponierend ist an diesem jungen Italien, das ist sein Wagemut, zu bauen.[…] Das ganze Volk muß von dem Willen erfüllt sein: in zweitausend Jahren noch soll man die Spuren unseres Schaffens und unseres Lebens an den übriggebliebenen Denkmälern erkennen müssen.

[…] Wir müssen die deutsche Presse mit einbeziehen in die Verantwortung des Staates, denn das Recht, Zeitungen zu schreiben, ist eine Pflicht der Obrigkeit gegenüber. Wenn ein Staat verlangt, daß ein Arzt von ihm approbiert werden muß, wieviel mehr hat er das Recht auf Approbation einem Manne der öffentlichen Meinung gegenüber, der ganze Volksklassen vergiften und versuchen kann. Dies soll durchaus nicht eine Uniformierung der öffentlichen Meinung bedeuten, aber es soll heißen, daß in den großen und grundsätzlichen Fragen einer Nation im Volke eine Meinung herrschen muß. Es geht nicht an, daß der eine sagt: „Eigentum ist Diebstahl“ und der andere: „Eigentum ist hohe Kultur“, daß der eine in der Religion die Erfüllung aller menschlichen Sehnsucht sieht, der andere dagegen Opium für das Volk. […] Man mag in Nebensächlichkeiten, in Formnuancen verschiedener Ansicht sein, der Grundsatz aber muß derselbe bleiben. Ist dem nicht so, dann wird es notwendig, daß die Männer des Staates oder des Volkes diese Gleichschaltung vollziehen, auch wenn hierbei die eine oder andere Individualität zu Schaden kommt. Wir sind nicht an die Spitze des Staates gestellt, um Individualitäten zu verschonen, sondern um das Lebensrecht des Volkes zu erkämpfen. […]

[Sozialer Gedanke, das Volk und der Staat]

Die faschistische Partei hat eine Riesenorganisation von mehreren Millionen aufgerichtet. In ihr sind zusammengefaßt: Volkstheater, Volksspiele, Sport, Touristik, Wandern und Singen, und alles wird vom Staate unterstützt. Es war in Verona; da sah ich auf dem Marktplatz den Thespiskarren stehen, eine Bühne war aufgeschlagen. Sie spielten. Dann sah ich Tennisplätze, Fußballanlagen, Krankenhäuser, ich sah Entbindungsanstalten, große Gärten, in denen das Volk sich ergeht, phantastisch kühn angelegt. Soziale Einrichtungen vorbildlichsten Charakters, mitten in Rom. Ich sah das Forum Mussolini, eine Riesensportanlage, erfüllt von jugendlichem Leben der Opera Nazionale. Wie muß das auf den Mann von der Straße wirken! Er wird nie sich selbst überlassen. Der Staat nimmt ihn an der Hand, führt ihn. Zu billigsten Preisen kann er in das Kino, ins Theater gehen, Konzerte besuchen. Er ist nie allein. Der Staat ist für ihn die letzte Zufluchtsstätte. Er sieht im Staat nicht einen Steuereinnehmer, sondern sein Refugium, ein soziales Werk von imponierendem Charakter und gigantischem Ausmaß.

[…] Ich sah nie zuvor einen Menschen so warm und so aus innerstem Herzen vom Arbeiter und Bauern sprechen wie Mussolini selbst. Er weiß, daß die Kraft der Nation in den breiten Massen ruht, daß man ohne sie keine Politik betreiben kann, daß sich ein Regime nur verewigt durch das Volk, und das Schicksal ihm nur die große Aufgabe anvertraut, dieses Volk zu formen und es staatspolitisch reif zu machen. […]

Mussolini hat dem italienischen Volke den Glauben zurückgegeben: Wir gehören auch dazu! Wir sind Kämpfer für die Idee. […] „Buch und Gewehr“! Das sind die Symbole dieser neuen Jugend. Wissen und Macht, Gehirn und Kraft, in diesen beiden Auswirkungen werden wir den neuen Staat gestalten. […]

[Zum Schluß noch einige wenige Konsequenzen6]

Ausschlaggebend ist, daß es uns gelingt, die Jugend an die Führung dieses Staates heranzubringen, […] Sie setzt nicht hinter jedes Ja und jedes Nein ein Aber oder Zwar. Sie sagt „ja“ und sie sagt „nein“. Es kann dem Staat nichts schaden, wenn er von der Jugend geführt wird. […]

Was wir weiter vom Faschismus lernen müssen: eine Revolution darf keine Kompromisse schließen! Eine Revolution ist entweder eine Revolution oder sie ist nichts! […] Es liegt im Wesen, im Zug einer revolutionären Entwicklung, daß vieles beseitigt werden muß. Wenn alte Formen nicht sterben können, dann muß man das, was da fällt, auch noch stoßen. Denn die Völker sind nicht dazu da, unter alten Formen zu zerbrechen, sondern Formen sind dazu da, Völkern Gestalt zu geben. Keine Kompromisse! Das heißt, man hat die Macht entweder ganz oder man hat sie gar nicht. Wenn die Jugend an die Führung des Staates kommt, dann muß sie arbeiten, mehr arbeiten als die Alten. Sie darf niemals müde werden und muß dem ganzen Staat ihr Tempo aufdrücken. Es wird viel zu langsam gearbeitet in den Regierungen. Man muß die Dinge anzupacken wagen und auch einmal den Mut haben, die Schranken der Bürokratie zu überspringen! […]

Man rede mir nicht ein, daß man dem Volk Unpopuläres nicht klarmachen könne. […] Man muß nur die Gabe haben, mit dem Volke zu reden. Das Volk ist nicht so unvernünftig wie diejenigen, die das Volk unvernünftig schelten. […]

Wir haben in den vergangenen Jahren die schwersten Fehler gemacht, weil wir, anstatt eine Krise anzupacken, immer sagten: „Es ist nun aber wirklich die schwerste Krise! Es ist seit hundert Jahren die schwerste Krise.“ Damit gibt man einem Volke nicht den Mut zur Arbeit und den Mut, eine Sache anzupacken. […] Nur einen Willen, eine Entschlossenheit darf es geben in der Nation, und diese kann auch nur mobilisiert werden von einer Organisation. […] Wir werden […] zueinander finden und die Kraft wiedergewinnen, mit allen Schwierigkeiten fertig zu werden. Wir müssen nur den Glauben haben, daß wir das können. Dann wird es auch gelingen. Wir stehen heute in Deutschland im Anbruch einer großen geschichtlichen Entwicklung. Wir selbst vermögen ihre Weite nicht zu überschauen, weil wir selbst Kinder dieser Zeit sind. Die größten inneren und äußeren Probleme sind uns zur Meisterung in die Hand gegeben. Wir haben keinen Grund, sie als unüberwindlich anzuschauen. Wir müssen sie nur angreifen, müssen den Glauben haben, sie meistern zu können.

Adolf Hitler zeigt uns den Weg!

Der komplette Text als PDF

Fußnoten

1Übersetzt etwa:
“Wehre den Anfängen: Es ist zu spät, um den Arzt zu rufen, wenn die Krankheit durch Verzögerung stärker geworden ist. Aber beeilen Sie sich, verschieben Sie es nicht auf einen späteren Zeitpunkt; Wer heute nicht vorbereitet ist, wird es morgen weniger sein: Die Worte aller Liebe täuschen und gewinnen Nahrung durch Warten; Jeder nächste Tag ist das Beste für die Freiheit. Nur wenige Flüsse sehen die großen Quellen: Durch viele einströmende Gewässer werden sie vervielfacht. Myrrha, wenn du früher gemerkt hättest, welche Sünden du begonnen hast, hättest du dein Gesicht nicht mit Baumrinde verborgen. Ich habe gesehen, dass eine Wunde, die zunächst geheilt werden konnte, durch lange Verzögerungen Schaden erleidet.”

2siehe nächste Fußnote

3Joseph Goebbels verwendet dieses Wort hier eher im Sinne der Kooperation, also der Zusammenarbeit, nicht im Sinne einer klassischen Korporation (Vereinigung von Männern mit gemeinsamen Zielen).

4Di|a|dọ|chen|kämp|fe <Pl.> [nach den Auseinandersetzungen um die Ausdehnung der Reiche der Diadochen (1) im 3./2. Jh. v. Chr.] (bildungsspr.): Konkurrenzkampf zweier od. mehrerer Anwärter um die Nachfolge für ein bedeutendes, einflussreiches Amt.” (deacademic.com)

5Das Wort Sekte wird hier positiv als Glaubensgemeinschaft verstanden.

6Originaleinleitung des folgenden Abschnitts durch Goebbels

Ein Audiobeitrag: Tina im Gespräch mit Kim über Faschismus

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