Whitesnake: Slide It In (Remixed and remastered)

Slide It In war die letzte wirklich große Platte von Whitesnake – danach fing der Abstieg in Schnulz und Mainstream an, der leider wohl nicht aufzuhalten war, da der Nachfolger von Slide It In, 1987, leider das erfolgreichste Whitesnake-Album wurde. Dass ein Album deshalb so viele Käufer findet, weil der Vorgänger richtig klasse war, und deshalb die Erwartungen hoch sind, daran hatte wohl niemand gedacht und geglaubt, Schnulzen kommen besonders gut. Die Veröffentlichung Unzipped 2018 zeigt, wie grauenvoll das endete.

Doch Slide It In war ein echter Höhepunkt in der Whitesnake-Geschichte. Nicht zuletzt wegen Cozy Powell am Schlagzeug und Colin Hodgkinson am Bass. Außerdem war Jon Lord noch dabei, Micky Moody und sogar Neil Murray war am Bass zu hören, allerdings nur auf der US-Version des Albums. Slide It In war das erste Album, das nicht in der Originalbesetzung aufgenommen wurde, so nebenbei. Danach verließ ein Großteil dieser Mannschaft wieder Whitesnake.

Die Veröffentlichung 2019 ist schon das zweite Remastering dieser Platte, 2017 kam das letzte. Dieses ist auch nicht sonderlich erwähnenswert. Was diese Platte jedoch zu etwas Besonderem macht, sind die Remixe. Wie auch bei den Beatles und John Lennon haben die Remixe den Alben – es wurde die US und die UK-Version als Remix veröffentlicht – wirklich gut getan. Cozy Powells Drums kommen nun noch besser und druckvoller rüber als im Original.

Auffallend sind die tatsächlich deutlich hörbaren Unterschiede zwischen dem US-Mix und dem UK-Mix, wobei letzterer deutlich rougher klingt, aber hört selbst. Sowohl die LP-Ausgabe als auch die CD-Ausgabe bieten beides. Die Deluxe-Edition hat einige schlechte Liveaufnahmen zu bieten, unnötige Monitor-Mixe und Outtakes. Die einzigen Lichtblicke sind die wenigen Aufnahmen, wenn Coverdale und Co zeigen, wie es klingt, wenn etwas daneben geht oder sie einfach so im Studio jammen, aber das ist nur für Fans.

Slide It In war ein großartiges Rock-Album, es wäre nur schön, wenn auch einmal den alten Alben der Originalbestzung diese Würde zuteil käme, doch hat man fast den Eindruck, als würde sich David Coverdale für seine Zeit als echter Rockmusiker schämen. Bin mal gespannt, ob das nächste Album (soll im Mai 2019 erscheinen) auch so ein Rohrkrepierer wird, wie die Alben davor. Die bisherige Singleauskoppelung lässt das Schlimmste befürchten.

Slow an' Easy (UK Mix) (2019 Remaster)
Whitesnake – Slow An’ Easy (UK Mix)

Hungry for Love (UK Mix) (2019 Remaster)
Whitesnake – Hungry for Love (UK Mix)

Gambler (UK Mix) (2019 Remaster)
Whitesnake – Gambler (UK Mix)

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