Whitesnake – Slip of the Tongue (Remix/Remastered/Deluxe)

Ich weine immer noch, wenn ich sehe, wie diese „neueren“ (jetzt auch schon 30 Jahre alten) Whitesnake-Platten herauskommen und die alten, wirklich guten, vergessen werden.

„Slip of the Tongue“ ist – wie schon an anderer Stelle erwähnt – der Beginn des Abstiegs von Whitesnake in Pop-Mainstream-Schnulzen-Musik. Auch wenn „Sailing Ships“ schön sein könnte, markiert es diesen Anfang. David Coverdale wird von jetzt an wieder schnulziger und die Musik Whitesnakes wird belangloser. Man merkt von Platte zu Platte, dass Marsden und Moody fehlen und deren Chemie von nichts ersetzt werden kann. Auch Ian Paice, Jon Lord und Neil Murray hinterlassen ein schmerzhaftes Loch, das zeitweise durch Cozy Powell, Don Airey und Colin Hodgkinson gut geflickt werden konnte, doch nachdem auch diese nicht mehr da sind, ist Whitesnake keine echte Band mehr. „The Deeper The Love“ sagt alles.

Doch Menschen mögen Schmalz und je mehr Schmalz aus den Boxen trieft, desto höher die Verkaufszahlen. So war „Slip of the tongue“ das letzte Whitesnake-Album, das Gold und Platin-Status erreichte, danach wollte niemand mehr etwas von Whitesnake wissen – außer sehr sehr treuen Fans. Whitesnake war lange Zeit eine richtige Band und wurde nun immer mehr zu David Coberdales Solo-Projekt mit stetig wechselnden Musikern.

Das schöne an dieser Version, an dieser Deluxe Edition, ist, dass wir auch Monitor-Mixe bekommen und uns etwas vorstellen können, wie das Album geklungen hätte, wenn man ein echtes Rock-Album hätte daraus machen wollen.

Die Live-Aufnahmen kennen wir schon, die gabs als Live at Donington 1990 und klingen auch nicht anders, als in der bekannten Version.

Dennoch gibts ein paar Highlights, weshalb dieses Trauerspiel hier in meiner Liste auftaucht.

Cheap an' Nasty (Monitor Mix, April, 1989)
Whitesnake – Cheap an’ Nasty (Monitor Mix, April, 1989)

Fool for Your Loving (Vai Voltage Mix) (2019 Remaster)
Whitesnake – Fool for Your Loving (Vai Voltage Mix) (2019 Remaster)

Kill for the Cut Blues
Whitesnake – Kill For The Cut Blues (A Trip To Granny’s House Sessions Tapes, Wheezy Interludes & Jams)

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